STS-Report Tier- und Viehausstellungen 2019

Tier- und Viehausstellungen 2019

Jedes Jahr besuchen mehrere hunderttausend Interessierte regionale, nationale und internationale Tierausstellungen in der Schweiz. Hier werden den Besuchern verschiedenste heimische, aber auch exotische Heim- und Nutztiere vorgestellt. Die Ausstellungen dauern meist ein bis drei Tage, Publikumsmessen wie beispielsweise die LUGA oder BEA hingegen elf Tage, mit An- und Abreise der Tiere häufig sogar noch länger. Der Schweizer Tierschutz STS hat im letzten Jahr mit seinen Fachleuten die Stallsysteme, Haltungsbedingungen und Umgangsformen mit den ausgestellten Tieren hinsichtlich Tierwohl und Tierschutz an zehn Veranstaltungen beurteilt.

Die STS-Tierausstellungsrecherche wird seit 2014 jährlich und 2019 nun zum sechsten Mal durchgeführt. Viele unserer Beobachtungen und Kritiken wurden von den Tierhaltern und Veranstaltern wohlwollend aufgenommen und die entsprechenden Anpassungen zur Verbesserung des Tierwohls umgesetzt. Hierzu zählen beispielsweise gut strukturierte und tiergerecht ausgestattete Gruppen- und Laufstallhaltungen von Schweinen, Milch- und Mutterkühen, Pferden und Eseln sowie Ziegen und Schafen. Auch viele Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Ziervögel und Hühner können immer wieder unter sehr tierfreundlichen Haltungsbedingungen beobachtet und bestaunt werden. Enttäuschend hingegen sind die kritikresistenten Extremzüchter an Viehausstellungen, aber auch jene an den Hunde- und Katzenausstellungen.

Wir zeigen unsere Beobachtungen und Beurteilungen anhand gut bebilderter Berichte 1:1 transparent auf. Dies insbesondere auch, um den Besuchern die Unterschiede zwischen guten, tierfreundlichen und schlechten, unzureichenden Tierhaltungsbeispielen deutlich zu machen. Denn leider gibt es auch Ausstellungsverantwortliche und Aussteller, die in unseren Empfehlungen keinen Nutzen sehen und sich wenig bis gar nicht um ein besseres Tierwohl und den Tierschutz an Ausstellungen bemühen. Zudem müssen wir leider auch immer wieder Verstösse gegen die geltenden Tierschutzbestimmungen feststellen. In diesem Sinne ist der Bericht auch an die kantonalen Vollzugsdienste gerichtet, und soll aufzeigen, wo und bei welchen Ausstellungen es sich genauer hinzuschauen lohnt.

Aus unserer Sicht übernehmen Tierausstellungen bzw. Aussteller und Züchter sowie die Tierhalter in der Art und Weise, wie sie «ihre» Tiere präsentieren, halten und mit ihnen in der Öffentlichkeit umgehen, eine grosse Verantwortung. Sie sind es, die den Besuchern die Möglichkeit geben (könnten), eine vorbildliche Haltung sowie einen würdevollen, tierfreundlichen Umgang mit den ihnen anvertrauten Tieren zu zeigen.

Aber auch den Richtern und Richterinnen kommt grosse Verantwortung an den Ausstellungen zu Teil: sie sind es, die massgeblich daran beteiligt sind, bei der Selektion gesunder Zuchttiere und deren Nachzüchtungen mitzuhelfen und ihr Fachwissen nicht nur auf das äussere Erscheinungsbild, sondern primär auf die Tiergesundheit zu fokussieren.