Ammoniakemissionen und tierfreundliche Haltungssysteme

Kein Gegensatz zwischen Ökologie und Tierwohl

Inwieweit sich mehr Tierwohl in der Landwirtschaft auf die Emissionen auswirkt, hat die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL im Auftrag von Schweizer Tierschutz STS, Mutterkuh Schweiz und IP-Suisse untersucht. Ammoniakemissionen aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung haben schädliche Auswirkungen auf natürliche Ökosysteme. Sie entstehen aus den tierischen Ausscheidungen oder dem Hofdünger (Mist und Gülle). Es ist ein politisches Ziel, diese Emissionen um rund 40% zu reduzieren (Umweltziele Landwirtschaft). Wenn Tiere mehr Fläche erhalten (Stallfläche plus Auslauf), wie dies bei tierfreundlichen Haltungssystemen der Fall ist, nehmen die Emissionen in der Regel zu. Damit besteht ein Zielkonflikt zwischen Reduktionsziel und Tierwohl. Die HAFL hat mit dem Modell Agrammon die Auswirkungen einer tierfreundlicheren Haltung auf die landwirtschaftlichen Ammoniakemissionen in Kombination mit emissionsmindernden Massnahmen untersucht.

Die Untersuchungen haben gezeigt, dass
- eine flächendeckende Umsetzung der Tierwohlprogramme BTS und RAUS nur zu einer geringen Emissionszunahme im Vergleich zur heutigen Situation führt.
- Mit einer flächendeckenden Umsetzung der Tierwohl BTS und RAUS kombiniert mit emissionsmindernden Techniken für Stall und Laufhof lässt sich ein Beitrag zu den Umweltzielen Landwirtschaft erreichen.