STS-Zoobericht 2014

Der STS-Zoobericht 2014, ergänzt und aktualisiert durch die Zoologin Sara Wehrli von der Fachstelle Wildtiere des Schweizer Tierschutz STS unter Mitarbeit von Dr. Arlette Niederer (Zoologin), Dr. med. vet. Martina Schybli und Zoologin Sandra Dürrenberger (STS-Fachstelle Heimtiere und tierärztliche Beratungsstelle) stellt eine Momentaufnahme der Situation in 51 kleinen und grossen Schweizer Zoos und Tierparks dar. Anhand von rund 260 begutachteten Gehegen zeigt der Bericht exemplarisch positive und negative Haltungsformen für verschiedenste Zootierarten auf. In einer Kurz-Beurteilung fasst der Bericht das Gesehene zu jedem der besuchten Zoos zusammen. Bewertet und beurteilt wurden die Gehege bzw. Haltungsformen aus der Sicht eines kritischen Zoobesuchers mit Fachkenntnis.

Insbesondere bei grösseren Zoos und Tierparks beschränkt sich die Recherche auf einzelne Gehege und Haltungsformen. Der Bericht erhebt deshalb keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Auch konnten aus Zeitgründen nicht sämtliche Zootierhaltungen der Schweiz besucht werden, und es musste eine Auswahl der vorzustellenden Institutionen getroffen werden. Vorrangig besucht wurden die wissenschaftlich geführten Zoos, die dem internationalen Zooverband WAZA/EAZA (World - / European Association of Zoos and Aquaria) und einem der beiden Schweizer Verbände, ZooSchweiz oder Wildparks und Zoos Schweiz WZS angeschlossen sind. Zudem wurden verschiedene weitere, grössere oder regional bekannte Tierhaltungen mit «Zoocharakter» besucht. Grundsätzlich nicht besucht und beurteilt werden dagegen im vorliegenden Bericht städtische Hirschparks und Volieren, sowie Tierhaltungen mit rein privatem Charakter (ohne öffentlich ausgestellte Tierbestände). Bei Ausflugszielen, denen eine Tierhaltung angegliedert ist (z.B. Murmeltierpark, Voliere) wurde eine Auswahl getroffen, die ebenfalls keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Keine Rolle bei der Auswahl der Tierparks spielte der Umstand, ob für den Besuch ein Eintritt verlangt wird, oder nicht, oder ob Wildtiere, oder nur Haus- und Nutztiere gehalten werden. Der vorliegende Bericht wurde im Vergleich zu 2013 um insgesamt vier zumeist kleinere Institutionen nochmals erweitert.

Es ist davon auszugehen, dass alle bewerteten Anlagen über die notwendigen Haltungsbewilligungen verfügen, d.h. legal sind und den Mindestanforderungen der aktuellen Tierschutzverordnung genügen. Dazu ist festzuhalten, dass die Vorschriften der eidgenössischen Tierschutzgesetzgebung keine optimalen Tierhaltungen definieren, sondern lediglich die Grenze zur Tierquälerei festlegen. Bei Um- oder Neubauten von Gehegen müssen seit 2008 bei vielen Tierarten neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die Bedürfnisse der jeweiligen Tierart einfliessen (mittels Expertengutachten), so dass die Mindestvorgaben gemäss TSchV bei diesen Tierarten (z.B. Beuteltieren, Menschenaffen, Grossbären oder diversen Antilopenarten) nicht mehr in jedem Fall Gültigkeit haben.

Basel, September 2014