Report Schweizer Tierschutz STS | Zoobericht 2019|2020

Forderungen des STS an die Zootierhaltung

Die grundsätzlichen Forderungen des STS zur Zootierhaltung lauten:

∙ Zoos sollen sich bei der Erstellung von Gehegen an den natürlichen Bedürfnissen der Art orientieren. Moderne, nach neuesten tiergartenbiologischen Erkenntnissen konzipierte Anlagen befähigen Tiere dazu, sich ihren kognitiven und körperlichen Fähigkeiten entsprechend zu verhalten. Durch spezifische Trainings lässt sich die Haltungsqualität zusätzlich steigern.

∙ Zoos sollen generell ihre Tierbestände überdenken, gegebenenfalls reduzieren. Grössere und besser strukturierte Gehege für weniger Arten sind anzustreben.

∙ Zoos sollen auf die Haltung von Arten verzichten, deren Ansprüchen an eine tiergerechte Haltung sie nicht entsprechen können. Alle Fachleute sind sich heute einig, dass es für die Zoohaltung von Menschenaffen sehr guter Gründe und allerhöchster Haltungsstandards bedarf. Es handelt sich bei diesen Tieren um unsere nächsten Verwandten: Evolutionsbiologie, Genetik, Verhaltensforschung und Psychologie zeigen immer deutlicher auf, wie nahe uns diese Tiere sind. Ohne diese Affen vermenschlichen zu wollen, ist der STS der Meinung, dass die Zootierhaltung hier besonders kritisch gesehen werden muss.

∙ Die Nachwuchsplanung ist so anzulegen, dass möglichst alle Jungtiere an gute Plätze vermittelt werden können.

∙ Zoos müssen einen Leistungsnachweis erbringen können, dass sie auch tatsächlich in nennenswerter Weise zum Natur- und Artenschutz beitragen.

∙ Höchste Tierhaltungsstandards sollen auch die Haltungsformen der verwendeten Fleischlieferanten (für Restauration und Futtertiere) einschliessen.