REACH: Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals
[ Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien ]
REACH ist ein gigantisches Programm zur Nachtestung von Chemikalien, das zu einer enormen Zunahme an stark belas- tenden Tierversuchen führt.

REACH regelt die Herstellung, den Import und das In-Verkehr- Bringen von Chemikalien im EU-Binnenmarkt und betrifft alle im Markt befindlichen Stoffe, von denen ein Unternehmen mehr als eine Tonne pro Jahr herstellt oder in Umlauf bringt. Für etwa 30'000 Stoffe, die sich auf dem Markt befinden, sind verbindliche Tests über Gesundheits- und Umweltrisiken vorgeschrieben. In Kraft getreten am 1. Juni 2007 soll REACH bis 2018 abgeschlossen sein.
Das bedeutet, die Industrie muss innerhalb von elf Jahren rund 30.000 Chemikalien, die größtenteils vor 1981 auf den Markt gekommen sind, registrieren lassen. Je höher die Jahresproduktionsmenge einer Chemikalie, desto mehr Daten sind bei der Registrierung erforderlich. Daten, die nicht schon vorhanden sind, sollen zum großen Teil in Tierver- suchen - vielfach in tödlichen Experimenten - gewonnen werden, mit einem geschätzten "Verbrauch" von 45 Mio Versuchstieren.
Nur wenige validierte Alternativmethoden sind bisher zugelassen und bereits wurden 145.000 Stoffe vorregistriert. Das sind fast fünf Mal so viele wie die ursprünglich ange- nommen. Es muss davon ausgegangen werden, dass auch die Anzahl der belastenden Tierversuche entsprechend höher sein wird.

... und in der Schweiz
REACH-Pflichten betreffen Schweizer Firmen, die in der EU chemische Stoffe herstellen. Exportieren Schweizer Firmen chemische Stoffe in die EU, müssen diese den Anfor- derungen von REACH entsprechen.

Am 1.2.2009 ist eine Teilrevision der Chemikalienverordnung in Kraft getreten, welche auch bestimmte technische Anpassungen an die REACH-Verordnung beinhaltet. Der Bundesrat wird voraussichtlich im Herbst 2009 darüber entscheiden, ob und wie weit die REACH-Grundsätze in der Schweiz eingeführt werden sollen.

Die Harmonisierung mit dem EU-Recht und die Schweizer Chemieexporte bringen es mit sich, dass auch in der Schweiz in den nächsten Jahren zusätzliche Millionen von Tierver- suchen gemacht werden müssen.