Weniger Tierversuche durch Nanosensoren
17.01.2012
Experimente an Tieren sind seit Jahrzehnten in der Kritik. Eine Trendwende ist dennoch nicht in Sicht. Die Zahl der Tests mit Labortieren stieg sogar. Forscher haben jetzt eine neue Alternative gefunden: Mit Hilfe von Sensor-Nanopartikeln wollen sie die Anzahl der Versuche reduzieren.
Unzählige Mäuse, Ratten und Kaninchen sterben jährlich für die Wissenschaft – Tendenz steigend. Verwendeten deutsche Labors im Jahr 2005 noch etwa 2,41 Millionen Tiere für Forschungszwecke, so waren es 2009 bereits 2,79 Millionen. Ein Drittel diente der biologischen Grundlagenforschung, ein Großteil davon wurde für die Erforschung von Krankheiten und für die Entwicklung medizinischer Produkte und Geräte benötigt. Die Menschen fordern zwar sichere Medikamente und verträgliche Therapien, doch Tierversuche will kaum jemand in Kauf nehmen. Wissenschaftler suchen daher seit Jahren nach Ersatzmethoden. Eine Alternative haben jetzt die Forscher der Fraunhofer-Einrichtung für Modulare Festkörper-Technologien EMFT in München gefunden: Mit neuartigen Nanosensoren wollen sie die Anzahl der Tierexperimente verringern. »Wir testen Chemikalien quasi im Reagenzglas auf ihre Wirksamkeit und ihr Risikopotenzial….
Quelle / Weiterlesen: Informationsdienst Wissenschaft; > idw-online.de
Wissenschaft auf Abwegen…..
02.01.2012
Vor kurzem haben mehrere Forscherteams unabhängig voneinander, in Tokio, Rotterdam und den USA, solange mit Frettchen herum experimentiert, bis sie das tödliche Vogelgrippe-Virus Typ H5N1 so verwandeln konnten, dass es nun als äusserst gefährliches, tödlich-ansteckendes Virus in den Versuchs-Labors versteckt werden muss.
Angst vor Bioterrorismus?
Es darf, gemäss diverser Medienberichte, keinesfalls in die “falschen Hände” gelangen, weil sonst ernsthaft Gefahr besteht, dass es weltweit hohen gesundheitlichen Schaden anrichtet und als tödliche Biowaffe missbraucht werden könnte. Sogar die Publikationen der Forschungsarbeiten und -Ergebnisse werden von Amerikanischen Behörden (Amerikanisches Gremium für Biosicherheit, NSABB) zurückgehalten, damit niemand im Zeitalter des Internets und der Globalisierung auf die bio-terroristische Idee kommt und das gefährliche Virus schnell nachzüchtet und freisetzt. Auch besteht offensichtlich die Gefahr, dass je mehr Wissenschaftler mit dem Virus arbeiten, umso grösser auch die Wahrscheinlichkeit sei, dass das Virus aus den Labors heraus gelangen könnte.
Tödlich infizierte Frettchen als Tiermodelle
Im Tierversuch konnte sich das mutierte Virus leicht wie ein Schnupfen über die Luft verbreiten und es war im Experiment für 7 von 10 Frettchen absolut tödlich…
Haut aus der Fabrik
22.12.2011
Gezüchtetes Gewebe macht manche Tierversuche überflüssig. Nun soll die Maschine auch Ersatzhaut liefern.

Die Haut trennt und verbindet. Sie schützt den Menschen vor brennenden Sonnenstrahlen oder heißer Suppe. Sie verbindet uns mit der Umwelt: Ihre Tast- und Schmerzrezeptoren sind unabdingbar, um sich im Alltag zu bewegen. Die Hautbarriere sorgt dafür, dass Keime draußen bleiben und der Cocktail chemischer und biologischer Stoffe aus der Umwelt auf eine erste Abwehrschicht trifft.
Doch diese Umwelt wird immer unberechenbarer. Für die Stoffe, Chemikalien, Kosmetika der Moderne hat die Evolution unsere Schutzhülle nicht entwickelt, dennoch muss sie damit klar kommen, dass sich der Mensch Letztere sogar bewusst auf die Haut schmiert. Um gesundheitlich schädliche Folgen auszuschließen, müssen diese Chemikalien daher harten Sicherheitstests unterzogen werden : Reizen sie die Haut oder das Auge? Sind sie gar ätzend? Durchdringen die Stoffe die Hautschichten und wandeln sich womöglich um? Jeder Kosmetikgrundstoff und jede Industriechemikalie, mit der Arbeiter hantieren, muss sich – oft im Tierversuch – solchen Testprozeduren unterziehen.
Quelle / weiterlesen: > Badische Zeitung online
Tests an Zellen statt an Mäusen
12.12.2011
Wissenschaftler der Freien Universität Berlin erforschen Alternativen für Tierversuche.
“Es gibt weltweit kein anderes Land, das so viel dafür tut, Ersatzmethoden für Tierversuche zu entwickeln, wie Deutschland“, sagt Professor Horst Spielmann vom Institut für Pharmazie der Freien Universität Berlin. Er muss es wissen. Denn Spielmann leitete 20 Jahre lang die Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch (ZEBET) am Bundesinstitut für Risikobewertung – eine weltweit einmalige Einrichtung, die Methoden erforscht, mit denen Pharmazeutika, Lebensmittel und Chemikalien als gesundheitlich unbedenklich für den Menschen eingestuft werden können – ohne dass Versuchstiere dafür leiden.
Der Mediziner versteht sich auch als “wissenschaftlicher Diplomat“. Denn er ist Koordinator des EU-Projekts AXLR8 (gesprochen accelerate, englisch für beschleunigen), das sich zum Ziel gesetzt hat, die Forschungen zu alternativen Testmethoden innerhalb Europas und in Abstimmung mit den USA und Japan voranzubringen. …..
Weiterlesen / Quelle: > Der Tagesspiegel online
Es gibt Alternativen zu Tierversuchen
28.10.2011
Die Bilder von leidenden Hunden und Affen in Tierversuchslabors erschüttern die öffentliche Meinung. Für Forscher sind Tierversuche jedoch ein notwendiges Übel. Anderer Meinung ist Ludovic Wiszniewski, der erfolgreich Alternativen erforscht hat.
Von Luigi Jorio, swissinfo.chWiszniewski, Chef des Biotech-Start-up Epithelix, ist der erste Forscher, der menschliche Lungenzellen über ein Jahr lang in-vitro kultiviert hat. Eine Innovation, die dem 2006 in Genf gegründeten Unternehmen mehrere internationale Auszeichnungen gebracht hat, darunter jene der W.A. de Vigier Stiftung sowie Anfang 2011 den Preis der Französisch-Schweizerischen Handels- und Industriekammer.

swissinfo.ch: Im Jahr 2010 hat die Anzahl von Tieren, die für Laborversuche in der Schweiz verwendet wurden, gegenüber dem Vorjahr um 8% zugenommen. Eine überraschende Entwicklung?
Quelle / Interview lesen > swissinfo.ch
Mensch-Affe-Mischwesen sind unethisch – Herstellung von Chimären aber unter bestimmten Bedingungen vertretbar.
Der Deutsche Ethikrat hat seine Stellungnahme zu Mensch-Tier-Mischwesen in der Forschung vorgelegt. Das Beratergremium gibt unterschiedliche Empfehlungen für verschiedene Formen solcher Chimären ab. Man lehne die Schaffung von Mischwesen aus Mensch und Menschenaffe in jeder Form als ethisch fragwürdig und zu wenig erforscht ab, erklärt der Ethikrat. Das Einschleusen menschlicher Gene in andere Säugetiere oder die Schaffung von Tieren mit menschliche Organen solle jedoch unter bestimmten Bedingungen erlaubt sein.
Die Schaffung von Mäusen mit einzelnen oder mehreren menschlichen Genen als Modellorganismen zur Erforschung menschlicher Krankheiten ist bereits seit den 1980er-Jahren breit etabliert. Mittlerweile arbeiten die Forscher daran, nicht nur Gene, sondern ganze Chromosomen zu übertragen. Darüber hinaus werden unter anderem aus menschlichen Stammzellen gewonnene Nerven-Vorläuferzellen in das Gehirn von Versuchstieren, darunter auch Primaten, übertragen, um Krankheiten wie Alzheimer- Demenz und Morbus Parkinson zu erforschen und später vielleicht behandeln zu können.
Nach Ansicht des Ethikrates wird durch solche Experimente die biologische Artgrenze zwischen Mensch und Tier immer mehr infrage gestellt. Er sieht daher Klärungsbedarf, welche ethischen Herausforderungen mit der Herstellung von Mensch-Tier-Mischwesen verbunden und wo gegebenenfalls verbindliche Grenzen zu ziehen sind. ……..
Quelle / Weiterlesen: scinexx.de
Zuchtlunge soll Tierversuche unnötig machen
28.08.2011

Menschliche Laborzellen simulieren auch Situation kranker Menschen
Um Risiken abzuwägen, die mit dem Einatmen gefährlicher Stoffe verbunden sind, werden in der Regel Tierversuche durchgeführt. Lungenmodelle könnten dieses Problem in Zukunft erleichtern. Künftig könnte ein Lungenmodell ein anerkanntes Verfahren werden, mit dem man herausfindet, welche Stoffe besser nicht inhaliert werden sollten. Hunde, Katzen oder Ratten und Mäuse brauche man dann nicht mehr als Versuchsobjekt zu benutzen……
Weiterlesen / Quelle: > pressetext.com
Mehr Versuchstiere nicht nur in der Schweiz
22.08.2011
Anstieg der Versuchstierzahlen auch in Deutschland: Nicht nur in der Schweiz sind die in Tierversuchen verbrauchten Tiere massiv angestiegen – auch im deutschen Nachbarland ist die Zahl der Versuchstiere, in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Während 2005 noch jährlich rund 2,4 Millionen Tiere zu Versuchszwecken benötigt wurden, waren es 2009 bereits 2,8 Millionen. Das geht aus dem Tierschutzbericht der Deutschen Bundesregierung hervor, der letzte Woche vorgelegt wurde. Der Anstieg wird unter anderem mit dem “Ausbau des Forschungsstandortes Deutschland sowie dem verstärkten Einsatz von transgenen Tieren in der Forschung” begründet. „Transgen“ ist die Bezeichnung für eigens gezüchtete, gentechnisch veränderte Tiere. Sie werden vor allem in der Erforschung menschlicher Krankheiten eingesetzt. Ihre Zahl stieg in Deutschland seit 2005 um 68 Prozent auf mehr als 600 000.
Tierversuchsstatistik 2010. Stellungnahme.
14.07.2011
Erneut Zunahme der Tierzahlen: Seit 1997 nimmt die Anzahl verbrauchter Tiere in Tierversuchen stetig zu – im letzten Jahrzehnt um knapp 35 Prozent auf derzeit über 760`000 Tiere. Seither wurden in der Schweiz mehr als 9 Millionen Tiere in Tierversuchen verbraucht, knapp ein Fünftel davon in stark belastenden Experimenten, bei denen die Tiere auch mit schweren Schmerzen, andauerndem Leiden, schwerer und andauernder Angst oder erheblicher und andauernder Beeinträchtigung ihres Wohlbefindens belastet werden. Es wurden 2010 mehr Ratten, Hamster, Kaninchen und Katzen verbraucht, sowie insgesamt ca. 125.000 Geflügel – 60.000 mehr als im Jahr davor. (…) Und: Erstmals seit mehr als 13 Jahren wurden im Jahr 2010 auch wieder Tierversuche für Kosmetika bewilligt.
Lesen Sie > hier die ausführliche Stellungnahme des Schweizer Tierschutz STS zur Tierversuchsstatistik 2010 des Bundesamtes für Veterinärwesen BVET
Der Botox Hersteller Allergan hat eine tierversuchsfreie Testmethode durch die amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (Food and Drug Administration, FDA) anerkannt bekommen. Damit werden – zumindest für Allergan in den USA – 95 Prozent der grausamen Mäuseversuche für das hochpotente Nervengift (Botulinumtoxin oder kurz Botox) durch Zelltests ersetzt. Es gilt sich nun dafür einzusetzen, dass dieses tierversuchsfreie Testverfahren schnellstmöglich auch in Europa von den Behörden anerkannt wird und Botox-Hersteller diesen Test dann auch endlich übernehmen. Für die Hersteller sollte es nun unmöglich werden, sich herauszureden und weiterhin Mäuse in Tierversuchen zu verbrauchen. Immerhin müssen jährlich weltweit ca. 600`000 Mäuse grausam für die Botox-Tests sterben. Ihnen wird das Nervengift Botulinum-Toxin, welches aus Bakterien gewonnen wird, hochgiftig und -potent ist, direkt in die Bauchhöhle gespritzt. Dabei soll bei jeder Produktionseinheit festgestellt werden, wie die Wirkung und Qualität der einzelnen Chargen des gefährlichsten Nervengifts sind, bevor die Produkte in den Verkauf gelangen. Die Tiere zeigen nach der Injektion meist schwere Lähmungserscheinungen, Krämpfe und grosse Atemnot. Sie sterben einen grauenhaften Erstickungstod – letztlich durch Atemstillstand. Eine barbarische Methode – und inakzeptabel, wenn alternative Testmethoden, wie oben bereits beschrieben, flächendeckend weltweit eingesetzt werden könnten.