STS-Recherche 2013

Inseratehandel mit Tieren im Internet

Der legale und der illegale Tiermarkt laufen heute primär über Gratis-Inserateplattformen. Zigtausend Angebote für lebende Tiere sind täglich auf den Schweizer Online-Plattformen zu finden. Darunter ist ein Grossteil der Inserate unseriös und betrügerisch. Der Schweizer Tierschutz STS führte erstmal 2012 eine breite Recherche von gesamt 19 Plattformen mit Schweizer Domains durch und untersuchte mehrere tausend Verkaufsangebote aus den Bereichen Hunde, Katzen, Wildtiere und Heimtierzubehör hinsichtlich ihrer Qualität und Seriosität. Die Resultate waren ernüchternd: Von den beispielsweise knapp 1400 überprüften Hundeinseraten waren 37 % unseriös und 49 % fraglich-seriös. Lediglich 11 % der Hundeinserate konnten als seriös eingestuft werden. Bei 3% handelte es sich eindeutig um Betrugsversuche, sogenannte Kameruninserate. Mit der Veröffentlichung der Untersuchung und den Ergebnissen forderte der STS die Plattformen auf, gemeinsam im Dialog Verbesserungen zu diskutieren und umzusetzen. Der Branche wurden darüber hinaus pfannenfertige Lösungsvorschläge samt Merkblättern und Checklisten präsentiert, um sowohl den Plattformbetreibern, wie auch den Inserenten und Kauf-Interessierten Informationen und Hinweise zum seriösen Internetauftritt beim Anbieten bzw. Verkaufen von Tieren zu geben.

Mitte 2013 überprüfte der STS die Plattformen erneut, insbesondere hinsichtlich der im Vorfeld diskutierten Verbesserungsvorschläge. Trotz der Versprechungen einiger Plattformbetreiber für einen inskünftig seriöseren und tierfreundlichen Inseratemarkt, muss der STS der Branche, mit Ausnahme einiger weniger Verbesserungen vor allem im Bereich der Betrugsversuche, hinsichtlich Tierschutz und Seriosität wiederum ein schlechtes Zeugnis ausstellen. Noch immer hat Geschäftemacherei mit undurchsichtigen, dubiosen oder nicht nachvollziehbaren Tierinseraten Vorrang vor dem Tierschutz und den berechtigten Interessen potentieller Käufer. Da es der Branche gesamthaft an Eigenverantwortung zu fehlen scheint, prüft der STS, auf gesetzgeberischem Weg gegen unseriösen Tierhandel im Internet und Firmen, die dazu Hand bieten und davon profitieren, vorzugehen.