Tierinserate auf Schweizer Internetplattformen 2016

Das Geschäft mit den Tieren

2013 überprüfte der Schweizer Tierschutz STS in einer umfangreichen Recherche den Inseratehandel mit Tieren im Internet und stellte grossen Handlungsbedarf fest. Drei Jahre später untersuchte der STS die Online-Inserateplattformen erneut. Im Fokus der Evaluierung standen einerseits Hinweise, Regelungen und Kontrollmechanismen der Plattformen zwecks Eindämmung von betrügerischen sowie illegalen Angeboten. Andererseits begutachtete der STS die publizierten Tierinserate stichprobenweise, wobei sowohl die Transparenz der Verkäufer wie auch der Informationsgehalt zu den Tieren interessierten.

Die Resultate waren ernüchternd. Nach wie vor konnte kein Anbieter in allen Punkten als vorbildlich bezeichnet werden. Am besten schnitt anibis.ch ab; die Plattform verbesserte die Kontrollmechanismen stark und baute sowohl die Nutzungsbedingungen wie auch die Informationen zum Tierhandel aus. Tier-Inserate.ch gehörte ebenfalls zu den besseren Anbietern, die Plattform punktete mit umfangreichen Informationen zum Tierhandel und strengen Insertionsregeln. Auch die in den Anzeigen enthaltenen Tierinformationen erwiesen sich grösstenteils als akzeptabel.

Bei den restlichen Plattformen hat sich indessen wenig bis gar nichts getan. Die nicht oder nur in geringem Masse vorhandenen Nutzungsbedingungen mit Bezug auf Tierinserate sowie die mangelnde Umsetzungskontrolle sind bedenklich. Auch die Aufnahme, die Verifizierung und die Veröffentlichung von Kontaktdaten erwiesen sich immer noch als mangelhaft, obschon klar sein dürfte, dass überprüfbare Personendaten ein wichtiges Instrument zur Eindämmung des boomenden illegalen Welpenhandels sowie anderer Betrugsversuche darstellen.

Erneut fanden sich in den Kategorien Hunde und Vögel am meisten unseriöse Anzeigen, wobei insbesondere findix.ch und locanto.ch durch etliche Angebote von illegalen Hunde- und Katzenhändlern sowie Kamerun-Inserate negativ auffielen.

Der STS fordert von den Plattformbetreibern verbesserte Kontrollmechanismen beim Registrierungs- und Insertionsprozess. Dazu gehören insbesondere die Erhebung und Überprüfung der Anbieteridentität. Die mangelnde Eigeninitiative der meisten Plattformbetreiber untermauert die Notwendigkeit rechtlicher Vorgaben, welche es ermöglichen würden, gegen fehlbare Inserenten und Plattformbetreiber strafrechtlich vorzugehen.