Inseratehandel mit Tieren im Internet 2013

Forderungen des STS an die Politik

Wie die beiden Recherchen des STS zeigen, ist ein erheblicher Teil der Tier-Inserate der Schweizer Online-Plattformen unseriös oder fraglich-seriös. Im Bereich der Hunde sind es gar rund 80%. Meist fehlen Möglichkeiten, die Identität des Anbieters und des Tieres, sowie deren Herkunfts- und Aufenthaltsorte seitens Interessenten zu überprüfen, was wiederum den illegalen Tier- und Welpenhandel und weitere Betrugsabsichten, sowie allgemein die Geschäftemacherei auf Kosten des Tierwohls und des Tierschutzes massiv begünstigt. Die Hintergründe dürften einem Grossteil der Interessierten und Käufer nicht bewusst sein und selbst wenn, könnten sie Angaben und angepriesene Qualität der "Lebendware Tier" via Inserat nicht überprüfen.

Die Plattformbetreiber unternehmen nach wie vor viel zu wenig, um problematische Inserate zu eliminieren und leisten damit dem illegalen Tierhandel und der Kriminalität auf Kosten des Tierwohls und des Tierschutzes Vorschub. Jeder, der eine E-Mail-Adresse hat, kann ein Inserat schalten. Eine Datenverifizierung findet nur marginal statt – die meisten Angaben werden nicht geprüft bzw. gar nicht erst abgefragt und vor allem auch den Interessierten nicht transparent gemacht. Das ermöglicht Betrügern, gutgläubige Tierfreunde und Käufer, zu täuschen und öffnet zudem auch dem tierschutzwidrigen internationalen Tierhandel Tür und Tor.

Die leidtragenden sind nicht nur die Tiere, sondern auch ahnungslose Interessenten und Käufer, die sich im boomenden Online-Geschäft und Inserate-Wildwuchs zurecht finden müssen. Regelmässig tappen sie in die Betrugs-Fallen und bezahlen dafür doppelt: Den Kaufpreis und erhebliche Mehrkosten für die neuen, aber meist kranken Tiere. Zudem bleibt der schale Nachgeschmack, mit dem Internet-Kauf auch kriminelle Machenschaften unterstützt zu haben.

Die Politik ist nun gefragt: Im Sinne eines verbesserten Tier- und Konsumentenschutzes, sowie hinsichtlich des dringenden Handlungs- und Regelungsbedarfs, die seuchen-hygienischen und strafrechtlichen Aspekte des Tierhandels über Inserateplattformen, in den Griff zu bekommen.