STS-Recherche «Viehausstellungen 2016»

Tier & Technik St. Gallen

[ 15. bis 28. Februar 2016, besucht am 25. Februar 2016 ]

An der 16. Tier & Technik wurden verschiedene Nutztierarten ausgestellt: Milchkühe, Mastvieh, Schafe verschiedener Rassen, aber auch einige Hühner. Die Tieranlieferung erfolgte am Mittwoch, 24. Februar. So verweilten die Nutztiere insgesamt fünf Tage in ihren Gehegen oder Anbindeställen, mehrheitlich ohne Tageslicht. Die angebunden gehaltenen Tiere hatten keine freie Bewegungsmöglichkeit, lediglich beim Vorführen im Ring konnten sie einige Schritte machen.

Alle Gehege waren sauber und reichlich eingestreut und die Versorgung mit Futter und Wasser wurde gewährleistet. Täglich fanden verschiedene Vorführungen mit Tieren statt, u. a. die Prämierung und Auktion von Milchkühen.

Gelobt werden konnten das grosszügige Gehege der Angus­Mutterkühe und die Haltung der zwei Mastrinder. Auch der grosse Geflügelstall im Aussengelände konnte bezüglich Grösse und Rückzug gelobt werden.

Die Milchschafe der Sonderschau hatten zwar ein Gehege, welches die gesetzliche Norm erfüllte, jedoch verfügte es kaum über Strukturen. Ein Tier fiel auf, weil es stark lahmte – es konnte kaum aufstehen, geschweige denn gehen. Es könnte sich um einen Fall von Moderhinke handeln, die für andere Schafe ansteckend ist. Überraschenderweise wusste der darauf angesprochene Standbetreuer über den Gesundheitszustand des Tieres nicht Bescheid!

Negativ bewertet wurde auch die teilweise sehr kurze Anbindung der grossrahmigen Milchkühe. Das Styling der Kühe musste bezüglich Tierwürde hinterfragt werden, ebenso die hinter den präsentierten prallen Eutern stehende einseitige Hochleistungszucht bestimmter Kuhrassen. Das Handling der Kühe beurteilte der STS in vielen Fällen als fragwürdig. Die Kühe wurden u.a. mit Hochdruckreinigern abgespritzt, ihre Schwänze mit Klammern lahmgelegt oder mit der Hand nach oben verdreht. In der Styling­Box mussten sie jeweils bis zu einer Stunde in unnatürlicher Haltung, mit ausgebundenem und überstrecktem Kopf, ausharren. Abwehrverhalten wurde in den allermeisten Fällen kurzerhand mit Zwangsmassnahmen unterbunden.

Junge Rinder ab vier Monaten, eben dem Kälberalter entwachsen, wurden unverständlicherweise über die ganze Messe hinweg angebunden gehalten, obwohl Tiere in dieser Altersgruppe über einen grossen Bewegungsdrang verfügen. Auch die Schafböcke wurden permanent angebunden gehalten. Hier wäre eine freie Einzelhaltung in den Gehegen aus tierschützerischen Gründen zu bevorzugen gewesen.