STS-Report Swiss Expo Lausanne 2017

Swiss Expo Lausanne 2017

[ 12. bis 15. Januar 2017, besucht am 14. Januar 2017 ]
Zum 21. Mal wurde in der Expo Beaulieu in Lausanne die Swiss Expo durchgeführt. Neben einer Agrartechnik-Ausstellung fand an der Swiss Expo der nach eigenen Angaben grösste Rinderwettbewerb in Europa statt. Insgesamt waren für die Ausstellung ca. 1000 Rinder verschiedener Milchrassen (Simmental, Swiss Fleckvieh, Montbéliarde, Original Braunvieh, Jersey, Brown Swiss, Red Holstein, Holstein) angemeldet, die an den vier Tagen nach Rassen getrennt vorgestellt und prämiert wurden. Die teilnehmenden Tiere stammten zum Grossteil aus der Schweiz, aber auch aus Frankreich, Italien, Luxemburg, Deutschland und Österreich.

Am Besuchstag wurden Holsteinrinder und -kühe in 20 Kategorien gerichtet, wobei die Tiere den Kategorien nach Alter zugeteilt wurden. Die Kategorien wurden nacheinander in die Arena geführt, begonnen wurde morgens mit den jüngsten Tieren.

Auch wenn es als positiv zu bewerten ist, dass die Arbeitsgemeinschaft Schweizer Rinderzüchter ihr Ausstellungsreglement überarbeitet hat, kann angesichts der fehlenden praktischen Durchsetzung und der teilweise schwammigen Formulierungen nicht von einer Verbesserung der Situation für die Kühe die Rede sein. Wie bereits nach den vorherigen Messebesuchen bemängelt, werden die Kühe mit einer Vielzahl von kosmetischen Produkten präpariert, während sie in unnatürlicher Haltung in einem Fixierstand ausharren müssen. Zudem bleibt weiterhin der Zitzenverschluss erlaubt - es wird hierzu zwar offiziell nur noch ein Mittel zugelassen, doch wird auch weiterhin mehr oder weniger offen sichtbar Sekundenkleber eingesetzt und dafür auch regelwidrig vorher ein wenig Milch abgelassen.

Es ist bedauerlich, dass das Ausstellungsreglement nicht durchgesetzt wird und dass auch scheinbar von Seiten der Veranstalter kein Interesse daran besteht, gemeldete Verstösse gegen das Reglement zu verfolgen. Wir empfehlen den Ausstellungsverantwortlichen dringend, konsistenter und konsequenter sowie manuell und nicht nur visuell, die Tiere bei den Vorbereitungen wie auch vor dem Eintritt in die Arena zu kontrollieren. Regelverstösse sollten folgerichtig abgemahnt und sanktioniert werden. Kranke Kühe sollten schnellstmöglich behandelt werden, dann aber zur weiteren Genesung das Ausstellungsgelände in Richtung Heimatstall verlassen dürfen. Die Zwischenmelkzeiten müssen, wie zu Hause im Stall auch, auf maximal 12 Stunden festgelegt und kontrolliert durchgeführt werden. Im benachbarten Deutschland ist man schon fortschrittlicher. Da sind bei einigen Zuchtverbänden das Zitzenverkleben und teils auch Melkintervalle von über 12 Stunden explizit verboten (Landesverband Bayerischer Rinderzüchter, Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rinderzüchter, Arbeitsgemeinschaft Deutscher Braunviehzüchter). Auch für die Schweizer Braunviehschau BRUNA sind für 2017 dahingehend Verbesserungen ausgesprochen worden: Dort soll der Zeitpunkt des Melkens der Kühe vor der Rangierung vom OK abteilungsweise festgelegt werden. Das könnte, soweit konsequent und kontrolliert durchgeführt, das Tierwohl und die Eutergesundheit der Schaukühe enorm verbessern.