STS-Report Tierausstellungen 2016

Reptilienbörse Etoy

[ Sonntag, 29. Mai 2016 ]
An dieser Reptilienbörse wurden die an allen bislang besuchten Börsen problematischen Sachverhalte festgestellt. Generell waren die meisten gezeigten Reptilien ohne Rückzugsmöglichkeit oder Sichtschutz ausgestellt, und die Tiere wurden häufig aus den Behältern entnommen, um herumgezeigt zu werden. Trotz Hinweis im Ausstellungsreglement, dass dies nicht erwünscht resp. untersagt ist, wurden etliche Wildfänge offen als solche angeboten. Weil sich Reptilienbörsen offenbar als «Insider-Veranstaltungen» verstehen, wurde auch in Etoy grösstenteils auf Angaben zur artgerechten Haltung der Tiere verzichtet.

Auch in Etoy wurde mindestens ein Reptil beobachtet, bei welchem die Ausstellungssituation ganz offensichtlich deutliches Stressverhalten hervorrief. Solche Tiere müssten nach Ansicht des STS aus den Verkaufsräumen entfernt resp. dürften gar nicht (mehr) ausgestellt werden - oder die Art der Haltung während der Börse müsste deutlich verbessert werden. Die Abgottschlange, die an der Börse in Etoy deutliches Abwehrverhalten während der gesamten Ausstellungsdauer zeigte, hätte in ihrem Behälter zumindest eines Sichtschutzes/einer Rückzugsmöglichkeit bedurft.

Den Verkauf von Nagetieren als Reptilienfutter im Rahmen einer Reptilienbörse kritisiert der STS scharf. Die Tiere wurden auch in Etoy nicht tiergerecht gehalten und waren durch mangelnde Versteckmöglichkeiten, erzwungene Tagesaktivität und ständiges Herausfangen einzelner Tiere einer grossen Belastung ausgesetzt. Zudem war die Information zur Haltung und Tötung lebender Futtertiere (Wirbeltiere) ungenügend.