STS-Report Tier- und Viehausstellungen 2018

OLMA St.Gallen

[ 11. bis 21. Oktober 2018, besucht am 17. Oktober 2018 ]
Die OLMA war bezüglich Tierhaltung in den letzten Jahren aus Sicht des STS solide unterwegs. In diesem Jahr wurden zudem noch einige Tiergehege verbessert, die der STS zuletzt kritisierte und sich dazu Verbesserungen wünschte. Die Olma befindet sich nun aus Tierschutzsicht auf einem hohen Niveau. Neu konnten alle Ziegen erhöhte Flächen und Beschäftigung nutzen. Die Muttersauen mit Ferkeln hatten Rückzugsmöglichkeiten, die Schafe erhielten mehr Platz hinter dem Sichtschutz und die Messe trumpfte mit vorbildlichen Meerschweinchengehegen auf. Den Kühen war regelmässig freie Bewegung in der Arena gegönnt. Die OLMA schreitet somit mit gutem Beispiel voran, sie ist die erste Publikumsmesse, welche auch den Kühen in Anbindehaltung möglichst viel Auslauf zuspricht. Auch die Schafe und Gänse kamen hier zum Zuge. Weiter erfreute sich der STS am Reglementzusatz, dass Milchkühe weder am Euter gesalbt und geölt, noch die Rippen ausgeschert, geölt oder gefärbt werden durften. Hier wäre zudem das Verbot den Tieren die Tasthaare abzuschneiden wünschenswert. Das Reglement hielten die Aussteller soweit beobachtet ein und der Umgang mit allen Ausstellungstieren war sorgsam.

Einige Mängel konnten dennoch beobachtet werden: So fehlten in mindestens einem Fall die Nester bei den Hühnergehegen und die verwendeten Sitzstangen waren entweder nicht gesetzeskonform (Anzahl Sitzstangen) oder zur Nutzung wenig geeignet. Optimiert werden muss das Gehege der Pommernenten, eine grössere Badefläche und ein optischer Rückzug sind erforderlich. Bei den Weidegänsen entsprachen die Badegelegenheit, der Stall und die Auslauffläche nicht den gesetzlichen Mindestanforderungen.

Die Platzierung der Gastboxen der Pferde gefiel uns im Vorjahr besser; neu exponierte man die Pferde stark, nämlich direkt unter den Lautsprechern zur Arena hin und bedachte den insbesondere an Ausstellungen benötigten Individualabstand der einzelnen Tiere zu wenig. Der STS bedauert, dass die Olma auch dieses Jahr keine Abschrankungen für die Besucher installierte und die angebundenen Milchkühe von hinten und teilweise auch von der Seite her jederzeit berührt werden konnten. Ihnen blieb so die Möglichkeit nach Rückzug und Ruhe während der Öffnungszeiten verwehrt. Immerhin wurden die Stallgassen aus Gründen der Praktikabilität und Sicherheit zum Misten, Füttern oder um Tiere in die Arena zu holen geschlossen. Das Tierwohl der Milchkühe an Publikumsmessen würde sich deutlich verbessern, wenn den Tieren tagsüber regelmässig Ruhezeiten gegönnt werden und/oder entsprechende Besucher-Abschrankungen das Berühren der Tiere verhindern würden.

Der STS ist erfreut, dass die Messeleitung bereits im Vorfeld wie auch vor Ort und im Anschluss an die Ausstellung den Dialog suchte und sich offen zeigte, weitere Verbesserungen umzusetzen. So versprach man dem STS, die Mängel in der Hühnerhaltung zu beseitigen und den Ziegen (kleineres Doppelgehege) noch mehr Platz und Beschäftigung zu bieten (z. B. auch Tannenzweige). Schwierig war es beim Thema Kälbergeburten. Der STS ist weiterhin der Meinung, dass der Transport und die Geburt vor Ort für die Milchkühe starke Belastungen darstellen, welche nicht gerechtfertigt sind. Die Messeleitung hingegen schätzt die zusätzliche Belastung der Tiere durch Transport und Ausstellungsituation anders ein.

Einen weiteren Wunsch hätte der STS an die Messeorganisation: Man könnte den Besuchern eine wirklich artgerechte Schweinehaltung aufzeigen, analog zum grossen Gehege mit Familien- Gruppenhaltung an der BEA. Im Gegensatz dazu darf sich die BEA gerne ein Beispiel an der Boxen- Platzierung für die Muttersau mit ihren Ferkeln nehmen.