STS-Report Tier- und Viehausstellungen 2018

LUGA Luzern

[ 27. April bis 6. Mai 2018, besucht am 30. April und 3. Mai 2018 ]
Die Tierschutzverordnung (TSchV) schreibt gesetzliche Mindestanforderungen für die permanente Tierhaltung vor. Seit dem 1. März 2018 müssen diese Vorschriften nun auch anlässlich von längerdauernden Ausstellungen, wozu die LUGA zählt, ausnahmslos befolgt werden (wohingegen bei Ausstellungen, welche nicht länger als vier Tage dauern, die Mindestmasse geringgradig unterschritten werden dürfen – wobei die Einrichtungsvorschriften allerdings eingehalten werden müssen).

Der Schweizer Tierschutz STS ist seit jeher der Ansicht, dass Tierausstellungen eine Vorbildfunktion innehaben. Wenn immer möglich sollten die Mindestmasse der TSchV übertroffen werden, wobei auch auf eine bedürfnisgerechte Gehegestrukturierung geachtet werden muss. Besonders wichtig sind dabei für jedes Tier ausreichende Beschäftigungs- und Rückzugsmöglichkeiten. Dies dient nicht nur dem Tierwohl, sondern liefert dem Publikum auch Inputs für tierfreundliche und möglichst artgerechte Haltungsformen, die es zu Hause nachleben kann.

Mit Ausnahme einzelner Ausreisser hinterliessen die Gehege und die Tierpräsentationen an der LUGA einen grundsätzlich positiven Eindruck. Bei den Kleintier- und Nutztierhaltungen waren zum Teil Verbesserungen vorgenommen worden, was der STS ausdrücklich begrüsst.

Insgesamt wies die Mehrheit der Gehege ein akzeptables bis zufriedenstellendes Platzangebot auf. Die Strukturierungen gestalteten sich bedürfnisgerecht, lobenswert sind in diesem Zusammenhang insbesondere die Kleintiergehege. Auch die getroffenen Massnahmen zur Verringerung der Exposition der Tiere (Sichtschutz, Versteckmöglichkeiten und Absperrungen) sind anerkennenswert. Leider fanden sich aber auch zwei Negativbeispiele (Kükenschaukasten, Ferkelnest), wo Absperrungen fehlten. Die Situation beim Ferkelnest wurde im Anschluss an das Feedback des STS verbessert, da es sich allerdings um wiederholte Kritik handelte, sollte für das kommende Jahr unbedingt bereits von Anfang an eine Absperrung vorhanden sein. Grösster Kritikpunkt an der LUGA war der Kükenschaukasten, welcher keinerlei Vorbildcharakter aufwies.

Weitere Optimierungsmöglichkeiten bestehen im Hinblick auf die Platzverhältnisse der Pferdehaltung sowie hinsichtlich der Haltung der adulten Ziegen. Bei letzterer wären umfangreichere Klettermöglichkeiten wünschenswert, sodass alle Tiere in den Genuss des Kletterns bzw. der erhöhten Liegeflächen kommen.