STS-Report Tierausstellungen 2017

Internationale Katzenausstellung Oberglatt

[ 1. und 2. April 2017, besucht am 1. April 2017 ]
Die Katzenausstellung in Oberglatt wurde nach dem Reglement der FiFE und der FFH durchgeführt. Vorschriften, was das Katzenwohl an Ausstellungen anbelangt, gibt es darin aber kaum. Lediglich Vorhänge und eine Unterlage im Käfig sind obligatorisch. Selbst solch elementare Dinge wie frisches Wasser oder eine Katzentoilette müssen nur «bei Bedarf» bereitgestellt werden. Die für das Wohlbefinden von Katzen äusserst wichtigen Rückzugsmöglichkeiten werden in den Reglementen mit keinem Wort erwähnt. Auch wenn es viele ZüchterInnen gab, die die Ausstellungskäfige vorbildlich einrichteten, bestand bei etlichen doch auch Verbesserungsbedarf. Aus Sicht des STS sollte jeder Ausstellungskäfig zusätzlich zu den vorgeschriebenen Unterlagen und Vorhängen über frisches Wasser, eine Katzentoilette, Beschäftigungsmöglichkeiten (Spielzeug) und einen geeigneten Rückzugsbereich verfügen, der die Katze vor den Blicken der Menschen und Artgenossen schützt. Ausserdem sollten die Wartekäfige im Richterbereich mit Unterlagen und Sichtschutz bzw. Rückzugsbereich ausgestattet werden.

Der STS fordert grundsätzlich, auf das Prämieren von Rassevertretern mit extremen Zuchtmerkmalen (z. B. konkaves Gesichtsprofil bei Persern und Exotisch Kurzhaar oder verkümmerte/fehlende Schnurrhaare bei Sphynx- und Rexkatzen) zu verzichten, damit der Züchtung von immer extremeren Körpermerkmalen und den damit einhergehenden Belastungen für die Tiere nicht weiter Vorschub geleistet wird.

Der STS fordert grundsätzlich, auf das Prämieren von Rassevertretern mit extremen Zuchtmerkmalen (z. B. konkaves Gesichtsprofil bei Persern und Exotisch Kurzhaar oder verkümmerte/fehlende Schnurrhaare bei Sphynx- und Rexkatzen) zu verzichten, damit der Züchtung von immer extremeren Körpermerkmalen und den damit einhergehenden Belastungen für die Tiere nicht weiter Vorschub geleistet wird.

Verhaltensbeobachtungen hinsichtlich Stresssymptomen zeigten auf, dass viele der ausgestellten Katzen durch die Ausstellungssituation eingeschüchtert bis verängstigt waren. Dabei ist zu beachten, dass offensichtliche Belastungsmerkmale wie beispielsweise Zittern, eine forcierte, schnelle Atmung sowie ängstliches Ducken und Verharren in einer Ecke des Käfigs, relativ selten beobachtet wurde. Der Grossteil der Katzen schien beim oberflächlichen Hinsehen vermeintlich gelassen und lag oder sass im Käfig. Die Körpersprache (z. B. stark erweiterte Pupillen, Ohrstellung) und massiv erhöhte Atemfrequenzen zeigten aber, dass auch diese Tiere in Wirklichkeit stark belastet waren. Bei Ausstellungen sollte daher in Zukunft von den Veranstaltern genau darauf geachtet werden, ob es Katzen gibt, die mit der Ausstellungssituation nicht zurechtkommen. Besitzer solcher Katzen sollten dann auch aufgefordert werden, ihre Katzen von der Ausstellung zurückzuziehen. Aus Tierschutzsicht ist es nicht tragbar, Katzen immer wieder wissentlich einer solch angstbesetzten Situation auszusetzen, nur um sich bei Ausstellungen mit anderen Züchtern zu messen.