STS-Report Tier- und Viehausstellungen 2018

Tier- und Viehausstellungen 2018

Jedes Jahr zieht es mehrere hunderttausend Besucher an regionale, nationale und internationale Ausstellungen in der Schweiz. Hier werden dem interessierten Publikum verschiedenste heimische, aber auch exotische Heim- und Nutztiere vorgestellt. Die Ausstellungen dauern meist ein bis drei Tage, Publikumsmessen wie beispielswiese die LUGA, BEA, OLMA und Comptoir Suisse hingegen elf Tage. Dabei konnte der Schweizer Tierschutz STS auch im letzten Jahr mit seinen Fachleuten die Stallsysteme, Haltungsbedingungen und Umgangsformen mit den Tieren hinsichtlich deren Tierfreundlichkeit beurteilen.

Die STS-Tierausstellungsrecherche wird seit 2014 jährlich und 2018 nun zum fünften Mal durchgeführt. Viele unserer Beobachtungen und Kritiken wurden von den Tierhaltern und Veranstaltern wohlwollend aufgenommen und die entsprechenden Anpassungen zur Verbesserung des Tierwohls umgesetzt. Hierzu zählen beispielsweise gut strukturierte und tiergerecht ausgestattete Gruppen- und Laufstallhaltungen von Schweinen, Milch- und Mutterkühen sowie von Ziegen und Schafen. Auch Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Ziervögel können immer wieder unter sehr tierfreundlichen Haltungsbedingungen beobachtet und bestaunt werden. Enttäuschend hingegen sind die kritikresistenten Extremzüchter an Viehausstellungen, aber auch jene an den Hunde- und Katzenausstellungen. Bei letzteren muss man indessen nicht mit Übergriffen und Bedrohungen gegen die versierten Fachpersonen des STS rechnen, was die Zusammenarbeit für alle Beteiligten wesentlich erleichtert.

Wir zeigen unsere Beobachtungen und Beurteilungen anhand gut bebilderter Berichte 1:1 transparent auf. Dies insbesondere auch, um den Besuchern die Unterschiede zwischen guten, tierfreundlichen und schlechten, unzureichenden Tierhaltungsbeispielen deutlich zu machen. Denn leider gibt es auch Ausstellungsverantwortliche und Aussteller, die in unseren Empfehlungen keinen Nutzen sehen und sich wenig bis gar nicht um ein besseres Tierwohl an Ausstellungen bemühen. Zudem müssen wir leider auch immer wieder Verstösse gegen die geltenden Tierschutzbestimmungen feststellen. Es wird nun 2019 wieder spannend zu sehen, wie die im Jahr 2018 verschärfte Tierschutzverordnung weiterhin im Hinblick auf ein verbessertes Tierwohl bei Tieren an Veranstaltungen umgesetzt wird.

Aus unserer Sicht übernehmen Tierausstellungen bzw. Aussteller, Züchter und Tierhalter in der Art und Weise, wie sie «ihre» Tiere präsentieren, halten und mit ihnen in der Öffentlichkeit umgehen, eine grosse Verantwortung. Sie sind es, die den Besuchern die Möglichkeit geben (könnten), eine vorbildliche Haltung sowie einen würdevollen, tierfreundlichen Umgang mit den ihnen anvertrauten Tieren zu zeigen.