STS-Report Tierausstellungen 2017

Internationale Hundeausstellung Kreuzlingen

[ 5. und 6. August 2017, besucht am 6. August 2017 ]
Die Grünflächen und der See in unmittelbarer Nähe zu den Ausstellungshallen boten den Hunden grundsätzlich gute Bedingungen. Es gab Hundehalter, die dies nutzten und mit ihren Tieren Spaziergänge in der Umgebung der Hallen unternahmen und ihnen so einen Ausgleich zum anstrengenden Ausstellungstag boten. Leider blieben die Parkplatzsituation und die zu knapp bemessenen Platzverhältnisse auch in diesem Jahr problematisch.

Die Organisatoren haben die Aussteller in Kreuzlingen deutlich über das Ausstellungsreglement und somit über das Verbot des übermässigen Zurechtmachens und den verbotenen Einsatz von Würgehalsbändern und Leinen ohne Stopp informiert. Leider zeigte dies immer noch zu wenig Wirkung. Zwar schien erfreulicherweise das übermässige Zurechtmachen tendenziell etwas weniger verbreitet zu sein als bei früheren Ausstellungen, das Würgen und Hochzerren im Ring war aber leider weiterhin sehr verbreitet.

Es zeigte sich auch an dieser Ausstellung wieder, dass Verbote nichts bringen, wenn deren Einhaltung nicht eingefordert wird. So leidet die Glaubwürdigkeit der Organisatoren, gerade auch gegenüber den Aussteller- und ZüchterInnen: Der Einsatz von Würgehalsbändern und Vorführleinen ohne Stopp sowie das übermässige Zurechtmachen sind zwar explizit verboten – es hat aber kaum Konsequenzen zur Folge, wenn diese Vorschriften missachtet werden. Sehr deutlich zeigte sich auch, dass das Verbot des Einsatzes von Würgehalsbändern und Leinen ohne Stopp grösstenteils völlig wirkungslos war. Zum einen setzten sich viele Aussteller am und im Ring schlichtweg darüber hinweg, zum anderen wurden viele Hunde nun einfach durch zu enge Stoppvorrichtungen, starken Zug und Hochzerren der Leine gewürgt. Die Vorschriften müssten deshalb konsequent dahingehend kontrolliert und umgesetzt werden, dass das enge Führen mittels Halsband und Leine (auch mit Stoppvorrichtung) sowie das Würgen von Hunden explizit unterbunden wird. Der Schweizer Tierschutz STS fordert deshalb, dass die Organisatoren und auch die RichterInnen das Einhalten der Tierschutzbestimmungen und des Ausstellungsreglements strenger kontrollieren und Verstösse auch entsprechend sanktionieren.

Zudem sehen wir die RichterInnen auch in der Verantwortung, mit ihren Beurteilungen die erkennbaren Extremzuchtmerkmale stärker zu selektieren. Nur so kann nachhaltig gewährleistet werden, dass gesunde, nicht durch züchterische Extravaganzen vorbelastete Tiere nachgezüchtet werden.