STS-Report Tierausstellungen 2017

Nacht der Holsteins, Buchloe D

[ 11. März 2017 ]
Bezüglich verschiedener tierschutzrelevanter Prozeduren konnte an dieser deutschen Viehausstellung (März 2017) eine bessere Tierwohlbilanz als an der Swiss Expo Lausanne (Januar 2017) festgestellt werden.

Bis auf wenige Ausnahmen hielten sich die meisten Aussteller an die aus unserer Sicht weitestgehend tierschutzkonformen Schauregeln. Zwar wurde das vorgeschriebene Melkintervall von maximal 12 Stunden in einigen Fällen überschritten – aber die Milch konnte bei den betroffenen Tieren wenigstens ungehindert ablaufen. Das gab den Kühen deutliche Druckentlastung und war dadurch mit weniger Schmerzen verbunden.

Zur weiteren Entlastung der Tiere und damit alle Aussteller die gleichen Wettbewerbsbedingungen haben sollten die Melkintervalle nicht über die vorgeschriebenen 12 Stunden hinausgehen. Daher sollten alle Kühe nach der Anlieferung unter Kontrolle block- oder abteilungsweise gemolken werden.

Wir konnten beobachten, dass ein Aussteller ohne tierärztliche Kontrolle einer Kuh nach der Vorführung zum Ausmelken Oxytocin verabreichte. Die vorgeschriebenen Kontrollen sollten daher auch über die Vorführungen hinaus in den Stallungen stattfinden.

Der Schweizer Tierschutz STS empfiehlt den Schweizer Ausstellern, Zuchtverbänden und Organisatoren eine unvoreingenommene Prüfung der in Buchloe (DE) zur Anwendung gekommenen Schauregeln. Aus STS-Sicht bietet es verschiedene konkrete tierschützerische Vorteile gegenüber dem aktuellen ASR-Reglement.