STS-Report Tierausstellungen 2017

HIGA Chur

[ 20. bis 27. Mai 2017, besucht am 21. Mai 2017 ]
Der Schweizer Tierschutz STS wendet sich nicht grundsätzlich gegen Tierausstellungen. Denn diese erfüllen durchaus ihren pädagogischen Zweck, sofern den Besuchern eine vorbildliche und tierfreundliche Haltung präsentiert wird. Die Nutztiere der Sonderschau waren zwar ruhig und zutraulich, vorbildlich und zeitgemäss waren die Gehege jedoch nicht und erfüllten somit aus Tierschutzsicht ihren pädagogischen Zweck nicht. Es fehlten in den meisten Bereichen ausreichend Platz, Rückzugs- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Bei den Ziegen fehlte eine Klettermöglichkeit. Die Milchkuh war alleine und musste die gesamte Ausstellungszeit – vermutlich also mehr als sieben Tage – angebunden verbringen.

Der STS beurteilt jedes Jahr verschiedene Katzenausstellungen. Die häufigsten Kritikpunkte sind das Zurechtmachen der Katzen, das Mitführen von Tieren, welche der Ausstellungssituation nervlich nicht gewachsen sind und die mangelnden Einrichtungen der Käfige (fehlende Rückzugs- und Liegemöglichkeiten, Katzenkistchen, Sichtschutz und Trinkgelegenheiten).

An der HIGA in Chur war die Situation für die Katzen aus unserer Sicht besonders ungünstig: Die BesucherInnen mussten via vorgegebenem Messeweg ausnahmslos durch die Katzenausstellung, freiwillig oder unfreiwillig. So gab es ein grosses Gedränge um die Katzenkäfige, welche teilweise nicht einmal einen Rückzug für die Katzen boten. Der STS fordert die Organisatoren und Ausstellungsverantwortlichen auf, bei Tierausstellungen darauf zu achten, die Käfige besser zu platzieren. Die Route der BesucherInnen sollte grosszügig gestaltet sein, damit sie nicht so nahe an den Käfigen vorbeilaufen müssen. Für die Tiere ist dies stark belastend, weil sie nicht ausweichen und sich zurückziehen können. Des Weiteren sollte grundsätzlich auf eine tierfreundliche Präsentation geachtet werden: Ruhe- und Rückzugsmöglichkeiten, Beschäftigung, gesunde Zuchttiere und eine für Besucher unzugängliche Prämierungszone müssten minimale Voraussetzungen werden. Die HIGA wüsste eigentlich wie das geht: Im Jahr 2015 sprach der STS viel Lob für die präsentierte Freiflug- und Kleintierhalle aus.