STS-Report Tier- und Viehausstellungen 2018

Comptoir Suisse Lausanne

[ Vom 14. bis 23. September 2018, besucht am 18. und 19. September 2018 ]
In diesem Jahr wurden am Comptoir Suisse viele klare Verbesserungen in Bezug auf die Tierhaltung festgestellt, vor allem in der Kleintierhalle. Die Gehege der Hühner, Tauben und Kaninchen beispielsweise waren grösser als im Vorjahr und verfügten über Rückzugsbereiche, in denen sich die Tiere vor den Blicken der Besucher schützen konnten. Die Tauben hatten eine Bademöglichkeit, und alle Kaninchen wurden in Gruppen gehalten. Die Ponys konnten ungestört von den Streicheleien der Besucher fressen. Aus Sicht des STS ist es indessen inakzeptabel, dass einige gesetzliche Mindestanforderungen nicht eingehalten wurden. Eine Tierausstellung sollte den Besuchern als Vorbild dienen und eine Haltung zeigen, die den Tierbedürfnissen entspricht und über die gesetzlichen Mindestvorschriften hinausgeht. Der STS hofft, dass der Comptoir Suisse seine diesbezüglichen Bestrebungen fortsetzt und bei der 100. Ausstellung weitere Verbesserungen vornimmt. Vorbildliche Tierhaltungen sind für die Ausstellung auch ein Plus, weil sie für die Besucher attraktiver sind.

In allen Ziegengehegen sollte es Holzpaletten, die den Tieren die Möglichkeit zum Klettern geben, sowie höher gelegene Bereiche haben. Die Unterstände der Schafe sollten vergrössert werden, damit alle Tiere gleichzeitig darin Platz haben.

Alle Tiere müssten sich vor den Blicken der Besucher zurückziehen können, sei es mittels Verstecken oder durch einen Sichtschutz auf mindestens zwei Seiten. Die Gehege der Schweine, Gänse, Wachteln und Meerschweinchen sollten besser strukturiert sein und den Tieren zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten bieten.

Die in Boxen gehaltenen Pferde, die nicht genutzt werden, müssen gemäss Tierschutzverordnung täglich Auslauf erhalten. Der STS empfiehlt, die Pferde in einem modernen und aktuellen Haltungssystem zu präsentieren, zum Beispiel in einem Laufstall.

Den Ziervögeln müsste eine Bademöglichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Das Klima in den Hallen müsste den ausgestellten Tieren angepasst werden, sodass sie wegen Atemproblemen nicht leiden müssen, wie dies bei der grossen Hitze in diesem Jahr der Fall war. An jedem Gehege müssten Informationen über die Tiere, ihre Haltungsbedingungen und die ausgestellten Rassen sowie die Angaben über den Besitzer angeschlagen werden. Zudem wäre eine bessere, konstante Aufsicht des anwesenden Personals wünschenswert, um zu verhindern, dass die Besucher die Tiere erschrecken und stören. Berücksichtigt der Comptoir Suisse die vorgeschlagenen Massnahmen, könnte er sich zu einer in Bezug auf die Tierhaltung vorbildlichen Ausstellung entwickeln.