STS-Report Tierausstellungen 2017

BEA Bern

[ 28. April bis 7. Mai 2017, besucht am 4. Mai 2017 ]
Die Ausstellungsverantwortlichen haben im Vorfeld in den Medien kommuniziert, dass sie die Kritiken des Schweizer Tierschutz STS konstruktiv aufnehmen und versuchen werden, Verbesserungen vorzunehmen. Deswegen stellten sie den Schweinen in der Gruppenhaltung in diesem Jahr wieder einen Platz zum Suhlen zur Verfügung. Weiter wurden die Ferkel in der Arena nicht mehr an Besucher herumgereicht, was der STS im Vorjahr bemängelte. Die meisten Kühe in Anbindehaltung konnten von den Besuchern nicht berührt werden, auch hier hebt sich die BEA von anderen Tierausstellungen ab. Das Alpaka-Gehege präsentierte sich grosszügig und tierfreundlich. Es verfügte über einen grossen, kaum einsehbaren Rückzugsbereich.

Gewisse Tierhaltungen zeigten aber leider keine Optimierung: Zum Beispiel war die Muttersau mit ihren Ferkeln weiterhin stark exponiert und die Ferkel konnten von den Besuchern auch im Rückzugsbereich jederzeit berührt werden. Der STS rät hier für die BEA 2018 dringend zu einer Verbesserung!

Beim Streichelzoo konnte zwar beobachtet werden, dass ab und zu Messemitarbeiter vorbeischauten, weiterhin gab es aber keine permanente Überwachung der Streichelzone. Dies führte dazu, dass sich diese schnell in einen Kinderspielplatz ohne Spielregeln verwandelte. Bei zwei von drei Ziegengehegen mangelte es an erhöhten Flächen und Klettermöglichkeiten. Vormittags waren die Ausläufe ins Freie für Schafe und Ziegen unerklärlicherweise geschlossen, dies trotz trockener Witterung. Am Nachmittag wurde den Kühen in Gruppenhaltung der Auslauf verwehrt. Nicht alle scheuen Tierarten hatten ausreichende und/oder geeignete Rückzugsmöglichkeiten (u. a. Angora- Kaninchen, Henne und Küken).

Trotz mehrerer Kritikpunkte ist die BEA in einigen Bereichen anderen Tierausstellungen eine Nasenlänge voraus, vor allem was die teilweise sehr tierfreundlich ausgestatteten Gruppenhaltungen, die grosszügigen Nutztiergehege sowie die Absperrungen der (meisten) Milchkühe betrifft. Viele Tierarten wie beispielsweise die Schweine in Gruppenhaltung, die Zwergziegen, die Vögel in der Freiflughalle und die Alpakas hatten grosszügige Gehege mit Beschäftigungs- und Rückzugsmöglichkeiten. Die Ausstellungstiere wurden sauber, gepflegt und bei guter Gesundheit präsentiert. Dass bis auf wenige Ausnahmen keine Einzelhaltungen gezeigt wurden, ist aus Sicht des Tierschutzes lobenswert. Der Schweizer Tierschutz STS wendet sich nicht grundsätzlich gegen Tierausstellungen, sondern findet diese pädagogisch wertvoll, sofern die Tierhaltungen vorbildlich sind und den Besuchern aufzeigen, welche Bedürfnisse die verschiedenen Tierarten haben und wie man diesen Rechnung trägt. Würde die BEA im 2018 die noch bestehenden Mängel beheben, könnte sie sich zu einer Vorzeige-Tierausstellung entwickeln.