STS-Report Tier- und Viehausstellungen 2018

BEA Bern

[ 4. bis 13. Mai 2018, Kontrollgang am 6. Mai 2018 ]
Die BEA schaffte es grösstenteils die Tiere den Gästen greifbar nah und trotzdem mit dem nötigen Schutz vor dem Publikum zu präsentieren. Die Streichelzoos boten den Tieren Rückzugsmöglichkeiten, sollten aber noch besser und permanent betreut werden. Bei der sonst tiergerechten Mutterkuhhaltung sollte verhindert werden, dass die Tiere während dem Fressen gestreichelt werden können. Bei den Schweinen gab es an der BEA wie letztes Jahr auch eine schöne Freilaufhaltung, in der es den Tieren an nichts fehlte. Es wurde auch heuer eine Muttersau mit Ferkeln gezeigt, die vom Publikum gestreichelt werden konnten. Den Tieren fehlten in der Abferkelbox Rückzugs- und Ausweichmöglichkeiten. Die starke Exposition der Tiere kann bei den Tieren beträchtlichen Stress verursachen und sollte darum vermieden werden. Das gilt auch für die Enten in der Mitte der Freiflugvoliere. Auch war der von oben einsehbare Brutkasten zu stark exponiert und der Kükenschaukasten war teilweise viel zu dicht besetzt.

Das Tierwohl an Tierausstellungen steht teilweise scheinbar dem Interesse der Besucher gegenüber. Viele Tiere verstecken sich gern und nutzen die Rückzugsmöglichkeiten häufig, insbesondere in ungewohnter Umgebung. Die Besucher hingegen wollen die Tiere sehen und beobachten. Vielfach müssen für die präsentierten Tierhaltungen daher Kompromisse eingegangen werden. Aus Sicht des STS dürfen dabei vor allem in Bezug auf das Tierwohl und den Tierschutz nur marginale Abstriche geltend gemacht werden, dies im Besonderen bei mehrtägigen Tierausstellungen. Sicher sollten die Tiere nicht von allen Seiten ungeschützt dem Besucher ausgesetzt sein. Auch sollte es beim Fressplatz der Tiere nicht möglich sein, diese anzufassen und zu streicheln. Daneben gibt es auch Tiere, die für eine Ausstellung besser geeignet sind als andere. Wichtig ist dabei aus unserer Sicht die gezielte Auswahl nervenstarker, an Menschenkontakt gewöhnter Individuen. Zeigen sich an einer Ausstellung trotzdem belastete Tiere, so müssen diese, gemäss den (neuen) gesetzlichen Vorschriften, aus der Ausstellung entfernt und geeignet untergebracht werden.

Eine öffentliche Messe wie die BEA hat eine Vorbildfunktion und muss während der ganzen Ausstellung, von der Ankunft bis zur Heimreise der Tiere, nicht nur für den Minimalkomfort der Tiere sorgen, sondern dem Publikum auch den bestmöglichen Umgang mit ihnen zeigen. In grossen Teilen der Ausstellung wurde dies auch durch die sehr gute Arbeit und Sachkenntnis der Tierpfleger und aller Mitarbeiter der BEA erreicht.