STS-Report Tier- und Viehausstellungen 2019

BEA Bern

[ 26. April bis 5. Mai, besucht am 30. April 2019 ]
Die BEA ist mehrheitlich eine tierfreundliche Ausstellung, welche auch dieses Jahr weitere Verbesserungen vorgenommen hat. Einige Kritikpunkte bestehen aber nach wie vor. Auf Gesetzesniveau sind vor allem der Kükenschaukasten, das fehlende Nagematerial bei einer Gruppe von Kaninchen, sowie zu wenig brauchbare Sitzstangen und noch mehr Nester bei den Hühnern zu beanstanden.

Generell könnten viele Gehege noch etwas sorgfältiger und tierfreundlicher eingerichtet werden; insbesondere sollten ausreichend Rückzugsorte, die zudem geschickt positioniert sind (nicht einsehbar und somit Schutz bietend), geschaffen werden. Der vorhandene Platz wurde zu wenig genutzt, man hätte den Tieren generell noch mehr Strukturen zur Verfügung stellen können, die als erhöhte Liegefläche und Rückzug dienen (z. B. Harrasse, Strohballen).

Aus Sicht des Schweizer Tierschutz STS geht es bei den Beurteilungen der Tierhaltungen an Publikumsmessen wie der BEA nicht «nur» um die Einhaltung der gesetzlichen Richtlinien. Vielmehr wird beurteilt, ob diese Messen ihre Vorbildfunktion wahrnehmen und auch über die Mindeststandards hinausgehende tierfreundliche Haltungs- und Präsentationsformen zeigen und damit den Tierhaltern helfen, solche bei sich zu etablieren. So profitieren nicht nur die Tiere, sondern auch die (zukünftigen) Tierhalter.

Es sollte zudem immer bedacht werden, dass nicht nur tiergerechte Gehege, sondern auch das tägliche Beobachten jedes einzelnen Tieres wichtig ist. Wenn beispielsweise ein Tier krank wird, sollte es so schnell wie möglich nach Hause gehen oder anders untergebracht werden können. Auch Anzeichen von Unwohlsein müssen ernst genommen und weiter beobachtet werden, damit das Tier an einem angemessenen Ort bzw. in einer anderen Umgebung platziert wird, wo es sich schnell erholen kann und nicht weiter belastet wird.