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Hengsthaltung - eine Herausforderung

Die pferdegerechte Haltung und Beschäftigung von Hengsten ist eine Herausforderung. Die Hengsthaltung erfordert besonders viel Fachwissen sowie Einfühlungsvermögen bei der Erziehung. Beobachtet man Wildpferde oder verwilderte Hauspferdeherden, ist schnell erkannt, dass auch ausgewachsene Hengste in der Natur beinahe immer in Gruppen leben. Hengste ohne Harem schliessen sich zu Junggesellen- oder auch Bachelorgruppen genannt, zusammen und durchstreifen gemeinsam die Landschaft auf der Suche nach Stuten. Hengste benötigen demnach ebenso Sozialkontakte wie Stuten und Wallache. Die Schwierigkeit liegt aber darin, dass Hengste bei gleichzeitiger Anwesenheit von paarungsbereiten Stuten und anderen männlichen Artgenossen hormonell bedingt ein starkes Sexual- und damit Konkurrenzverhalten zeigen. Sind weibliche Tiere anwesend, kann dies zwischen Hengsten zu Rangkämpfen führen. Die Haltung von Hengsten erfordert deswegen viel Fachwissen und Pferdesachverstand. Einerseits muss die Sicherheit für alle auf dem Betrieb lebenden Tiere garantiert, andererseits soll und muss auch ein artgerechtes Leben mit der Möglichkeit zu Sozialkontakten sichergestellt sein.

Vom Menschen gehaltene Hengste müssen wie jene in freier Wildbahn Kontakt zu Artgenossen erhalten. Deswegen fordert der STS den Bund auf, die Direktzahlungen für Hengste in der Gruppe (BTS) wieder einzuführen.

Auch Hengste benötigen möglichst viel freie Bewegung und Weidegang. Dieser Bewegungsraum soll der Situation entsprechend abgesichert werden. Weiter ist eine regelmässige Beschäftigung das A und O einer guten Pferdehaltung.

Lässt sich diesen Bedürfnissen aufgrund der «Hengstigkeit» nicht Rechnung tragen, empfiehlt der Schweizer Tierschutz STS die Kastration. Als Wallache lassen sich die männlichen Pferde besser vergesellschaften. Die Halterinnen und Halter können ihnen mit weniger Angst begegnen, was sich positiv auf die Nutzung auswirkt.