STS-Recherche

Zucht und Haltung der Freibergerpferde im Jura

Eine Recherche des Schweizer Tierschutz STS zeigt Missstände in der Freiberger-Haltung und Freiberger-Zucht auf. Anbindehaltung, überbelegte Boxen und Laufställe und ungenügende Lichtverhältnisse wurden auf verschiedenen Betrieben angetroffen. Der STS fordert konsequentere Tierschutzkontrollen und eine Neuausrichtung der Subventionspraxis der Schweizer Pferdezucht - damit nicht weiterhin mit Bundesgeldern eine Überschuss-Fohlenproduktion angekurbelt wird.
Gerne wirbt Jura Tourisme mit Bildern von Stuten mit ihren Fohlen, die über die weitläufigen Weiden der Freiberge galoppieren. Die Idylle trügt. Fast die Hälfte der Fohlen erleben nach Schätzungen des Schweizer Tierschutz STS, beruhend auf Aussagen des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW), keinen nächsten Frühling auf der Weide. Da er anderweitig nicht verkauft werden kann, wird der herzige Pferdenachwuchs ins Schlachthaus gekarrt. Und der Bund überweist unter dem Titel "Beiträge zur Erhaltung der Freibergerrasse" (Art. 24, Tierzuchtverordnung, TZV) für jede Stute mit Fohlen 500 Franken an die Züchter, unabhängig davon ob ein Fohlen aufgezogen oder nur wenige Monate alt geschlachtet wird. Begründet werden die Beiträge damit, dass Freibergerpferde als einzige Schweizer Pferderasse erhaltenswert seien.

Der Schweizer Tierschutz STS hat im Winter/Frühjahr 2012/13 verschiedene Freiberger-Zuchtbetriebe im Kanton Jura aufgesucht und dabei diverse Tierschutzmängel festgestellt. Nebst Überbelegung von Boxen und Laufställen sowie ungenügenden Lichtverhältnissen wurden in mehreren Betrieben angebunden gehaltene Pferde gefunden. Es ist offensichtlich: Im Jura verbringen noch immer viele Pferde die Wintermonate in engen, dunklen und oft miefigen Ställen.