Studie «Hämoglobinstatus von Schweizer Mastkälbern» | Forderungskatalog

Kälberhaltung

Seit 35 Jahren schreibt die Tierschutzgesetzgebung eine ausreichende Eisenversorgung von Kälbern vor, um anämisch-krankmachenden Fütterungsbräuchen für helles Kalbfleisch einen Riegel zu schieben. Bis heute kontrollieren indessen die Behörden diese Vorschrift nicht, obwohl es dazu längst einen einfachen und kostengünstigen Schnelltest gäbe. Ferner ist bekannt, dass die Kälbermast wegen verschiedenster, durchaus bekannter Defizite den vergleichsweise antibiotikaintensivsten Betriebszweig darstellt.

Aus diesen Gründen hat der Schweizer Tierschutz STS eine Studie intern in Auftrag gegeben. Deren Kernstück war die Untersuchung von über 1'000 Mastkälbern in mehreren Schlachthöfen bezüglich des Hämoglobingehaltes, welcher Rückschlüsse über die Eisenversorgung und den Gesundheitsstatus gibt. Gestützt auf die Studienresultate hat der STS einen Forderungskatalog zusammengestellt. Dessen Umsetzung würde mithelfen, das Wohlbefinden und die Gesundheit von Kälbern zu verbessern und so den heute extrem hohen Antibiotikaeinsatz zu senken.

In erster Linie sind aus unserer Sicht die Behörden gefordert, durch einen besseren Vollzug der Tiertransport- und Eisenvorschriften, klareren Vorgaben zu Fütterung und Fütterungs-/Tränkeeinrichtungen sowie praxisnahen, angewandten Tierwohl- und Gesundheitsstudien bei Kälbern. Ferner gilt es, die heutigen Subventionen der Viehzucht zu überdenken: Statt kraftfutterabhängige Hochleistungsrassen standortangepasste, milchbetonte Zweinutzungsrassen! Handlungsbedarf besteht indessen auch bei Bauern, Viehzüchtern, Händlern und Metzgern.