In Südostasien werden wildlebende Warane und
Netzpythons gefangen, weil ihre Häute in der Luxusindustrie für die Herstellung von
Uhrenarmbändern, Taschen und Schuhen Verwendung finden. Sämtliche gefangenen Tiere
erleiden in diesen Ländern, wo Tierschutzgesetze unbekannt sind, schreckliche Qualen
(siehe auch > "Rundschau- Beitrag vom Oktober 2010 ) Warane werden gefesselt,
geknebelt und schliesslich zu Tode geprügelt. Pythons werden bei lebendigem Leib
gehäutet. Dieses schreckliche Tierleid scheint nur einem einzigen Zweck zu dienen: die
Lust der Menschen nach Luxus und Exotik zu befriedigen. Die Schweiz gehört zusammen mit
China, Singapur und Saudiarabien zu den bedeutendsten Abnehmern von exotischen Ledern aus
Südostasien, was hauptsächlich auf die hier ansässige Uhrenindustrie zurückzuführen
ist.
60 Firmen verzichten auf problematische Reptilienleder
Bis heute haben rund 60 Uhrenfirmen (unter ihnen die Swatch Group mit so bekannten Marken
wie Swatch, Omega, Longines oder Breguet; sowie weitere bekannte Marken wie Chopard, Hugo
Boss, Tag Heuer und Tommy Hilfiger) die Verzichtserklärung des STS unterschrieben. Diese
Firmen haben grösstenteils noch nie problematische Leder verwendet und werden dies auch
künftig nicht tun, obschon damit viel Geld zu machen wäre. Ebenso erfreulich ist aber
auch die Tatsache, dass einige Firmen, die bisher problematische Leder in grösserem
Umfang verwendeten, die Produktion von Uhren mit Schlangenarmbändern aufgrund der
STS-Kampagne einzustellen und dafür sogar einen wirtschaftlichen Schaden und den Verlust
von Stammkunden zu riskieren bereit sind. Hier geht die Bucherer Montres S.A. mit gutem
Beispiel voran.
Die schweigende Mehrheit
Obschon der STS etliche Uhrenfirmen ein zweites Mal anschreiben musste, haben über 100
Mitglieder des Verbands der Schweizer Uhrenindustrie bis heute nicht auf die
Verzichtserklärung reagiert darunter bekannte Namen wie Chanel, Louis Vuitton oder
Nina Ricci Montres. Die Liste jener Firmen, welche die Anfrage nicht beantwortet haben,
oder die die Verzichtserklärung aus unterschiedlichen Gründen nicht unterschreiben
konnten oder wollten, ist ebenfalls auf der > Homepage des
Schweizer Tierschutz STS einsehbar.
Befremdlich erscheint dem STS zudem die Tatsache, dass einige der antwortenden Firmen zwar
selber keine problematischen Leder verwenden, aber nicht im Zusammenhang mit einer
Tierschutzorganisation genannt werden wollen. Offenbar besteht in der Branche immer noch
eine grosse Hemmung, sich mit den ethischen Fragen zur Rohstoffbeschaffung und
gewissen problematischen Kundenwünschen auseinander zu setzen. Die Firmenlisten des STS
sowie (auf Anfrage) detailliertere telefonische Informationen zu einzelnen Marken sollen
es den ums Wohl der Tiere besorgten KundInnen nun ermöglichen, beim Kauf von Modeartikeln
(Uhren, aber auch Handtaschen, Schuhe) jene Marken zu unterstützen, welche ihre
Verantwortung gegenüber dem Tierwohl wahrnehmen und jene Marken zu meiden, bei welchen
nicht ausgeschlossen werden kann, dass sie auch weiterhin am Leid von Tieren verdienen. |