(30|06|08) Hunderttausende Ratten und Mäuse kommen jährlich in
grausamen Tier- versuchen für Botulinum-Produkte ums Leben. Das tödliche Nervengift wird
in Mitteln zur Bekämpfung von Gesichtsfalten eingesetzt. Der STS fordert mit einer
Online-Peti- tion von den Hersteller/Vertriebsfirmen, auf diese Tierversuche zu verzichten
und alternative Methoden einzusetzen. Nationalrätin Maya Graf doppelt mit einer Interpel-
lation an den Bundesrat nach.
Der Schönheitswahn in unserer Gesellschaft nimmt immer exzessivere Formen an: Zu- nehmend
mehr Leute suchen die Schönheitspraxis auf, um sich die lästigen Gesichts- falten mit
Botulinum-Präparaten wegspritzen zu lassen, damit sie wieder ein makelloses Aussehen mit
straffer Haut besitzen. Doch der Traum von ewiger Jugend hält nicht lange an. Nach
einigen Monaten kehren die Spuren des natürlichen Alterungsprozesses der Haut zurück und
eine erneute Spritzenkur wird fällig. Für Ärzte und die Herstellerfirmen Allergan und
Ipsen ist dies ein Milliardengeschäft mit riesigem Wachstumspotential.
Dahinter verborgen steckt grausames, hunderttausendfaches Tierleid. Egal ob sie Botox,
Vistabel oder Dysport heissen: Alle diese Präparate basieren auf Botulinumtoxin. Dies ist
das stärkste Nervengift der Welt, das schon in kleinsten Mengen tödlich wirkt. Da die
Forschungsresultate nicht übertragbar sind, muss aus Sicherheitsgründen jede einzelne
Produktionseinheit im Tierversuch getestet werden. Für die dafür eingesetzten Mäuse und
Ratten bedeutet dies ein qualvoller, langer Todeskampf, bei dem die Tiere zuerst Muskel-
lähmungen, Sehstörungen und Atemnot erleiden, bevor sie schliesslich bei vollem Be-
wusstsein ersticken.
Das Zynische dabei: Es existieren bereits alternative Methoden zum grausamen LD-50 Test,
bei dem die Hälfte der Versuchstiere verendet. Doch solange sich die Hersteller nicht
alle auf das gleiche Verfahren einigen, schreiben die Zulassungsbehörden weiterhin den
LD-50 Test als Referenz vor.
Mit seiner soeben gestarteten Online-Petition will der Schweizer Tierschutz STS Druck auf
Hersteller/Vertreiber der in der Schweiz zugelassenen Botulinum-Medikamente machen, dass
sie sich endlich auf eine Alternative zum LD-50-Test einigen, damit nicht mehr jährlich
Hunderttausende Tiere diesem schwerst belastenden Versuch unterzogen werden. An die
Konsumentinnen und Konsumenten appelliert der STS, auf derartige Behandlungen mit
Botulinumtoxin aus rein kosmetischen Gründen zu verzichten. Unter- stützung bekommt der
STS von Nationalrätin Maya Graf (Grüne, BL). Sie wird in der Herbstsession eine
Interpellation einreichen, mit der sie vom Bundesrat eine Stellung- nahme zu verschiedenen
Fragen im Zusammenhang mit Botulinum-Produkten verlangt.
Die Antifalten-Behandlungen sind alles andere als harmlos. Das Schweizerische Heil-
mittelinstitut Swissmedic hat unlängst eine Warnung beim Einsatz des tödlichen Nerven-
giftes im Kosmetikbereich herausgegeben. Weltweit sind rund 600 Fälle mit gefährlichen
Komplikationen und 28 Todesfälle bekannt.
Online-Protestaktion unter www.tierschutz.com/kampagnen/botox
Für Rückfragen:
Geschäftsstelle Schweizer Tierschutz STS, Telefon 061 365 99 99 |
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