(30|01|08) Der Schweizer Tierschutz STS erinnert Schweinehalter und die
Fleisch- branche daran, dass in einem Jahr, also ab 2009, Schluss ist mit der
Ferkelkastration ohne Schmerzausschaltung. Diesen Beschluss hatte das Parlament bei den
Bera- tungen zum neuen Tierschutzgesetz im Dezember 2005 gefällt.
Mit Genugtuung stellt der STS heute - ein Jahr vor Ablauf der Übergangsfrist - fest, dass
die Branche unter der Ägide von ProSchwein in den vergangenen Jahren
tatkräftig und erfolgreich alternative Methoden entwickelt und deren Konsequenzen für
das Tierwohl, die Produktionskosten und die Fleischqualität intensiv studiert hat.
In einem Jahr werden die Schweizer Schweinehalter einen Schritt gemacht haben ver-
gleichbar den Hühnerhaltern und der Abschaffung der Käfigbatterie 1991. Für den STS
steht ausser Frage, dass Konsumenten und Steuerzahler diese grosse Tierschutzleistung
begrüssen werden und diese dem Bauernstand viel Goodwill einbringen wird. Der STS wird
auf jeden Fall diese tierschützerische Mehrleistung der Schweinehalter nach erfolgter
Umsetzung tatkräftig ausloben.
Für den STS stehen aktuell zwei praxisreife Methoden im Vordergrund: Die Gasnarkose und
das Impfen. Das Impfen hat den Vorteil, dass es seit Jahren in mehreren Ländern an
Millionen von Mastschweinen erpobt, einfach in der praktischen Anwendung und nach heutigen
Erkenntnissen zweifellos am tierschonendsten ist, da auf den chirurgischen Eingriff zum
Kastrieren gänzlich verzichtet werden kann. Allerdings muss sich der Mäster umgewöhnen,
da er den Eingriff in Form einer zweimaligen Injektion durchführen muss. Und im
Schlachthof gilt es die Tiere zu sichten, wobei die Methode bei korrekter Anwen- dung
gemäss Firmenangabe offenbar praktisch zu 100 % funktioniert. Die Gasnarkose, deren
Erstentwicklung der STS in den 90er Jahren finanziell ermöglichte, schaltet den
Kastrationsschmerz und in Kombination mit einer Injektion auch die postoperativen
Schmerzen praktisch aus. Vom Züchterstall bis zum Schlachthof ändert sich nichts. Aus
tierschützerischer Sicht muss indessen die Erfolgsquote bei der Narkose weiter verbes-
sert werden, welche heute zwischen 90 95 % liegt. Denn alle Ferkel haben Anrecht
auf korrekte Schmerzausschaltung!
Für Rückfragen:
Dr. Hansuli Huber, Geschäftsführer Fachbereich STS, Telefon 052 338 10 74
|
|