<<  zurück
Baujagd ist tierquälerisch und überholt
(28|01|08)  70% der Bevölkerung lehnt die Baujagd auf Fuchs und Dachs ab. Der Re- gierungsrat des Kanton Bern geht mit gutem Beispiel voran und will diese überholte, tierquälerische und unnütze Jagdform abschaffen. Der Schweizer Tierschutz STS unterstützt die geplante Gesetzesrevision.

Die Baujagd ist eine Tierquälerei
Die Baujagd ist eine Form der Fuchs- und Dachsjagd, bei der speziell gezüchtete und auf Schärfe abgerichtete kleine Hunde eingesetzt werden. Sie ist eine ausgesprochene Tierquälerei und wird nur noch von einem ganz kleinen Teil unbelehrbarer Jäger durch- geführt. Die meisten Jäger und Jägerinnen lehnen heute diese Jagdform ab. Es gibt keinen Grund, Hunde auf Füchse im Bau anzusetzen. Wenn ein Fuchsbestand – aus welchem Grund auch immer – dezimiert werden soll, dann muss dies weidgerecht erfolgen. Das heisst durch einen sauberen Schuss, zum Beispiel bei der Ansitzjagd. Die Bedeutung der Baujagd ist für den jagdlichen Erfolg bei Fuchs und Dachs marginal: Eine Recherche des STS im 2005 zeigte, dass die meisten kantonalen Jagdverwaltungen in der Schweiz den Anteil der mit der Baujagd geschossenen Füchse im Bereich von höchstens 5 bis 10 % schätzen.

Im Bau unter der Erde herrschen engste Verhältnisse. Die Röhren sind von geringem Durchmesser, Fluchtmöglichkeiten bestehen nur sehr wenige. Wenn ein Hund in den Bau eindringt, wird der Fuchs sich zurückziehen oder eventuell fliehen. Wie er sich genau verhält weiss man nie, denn es ist von aussen nicht einsehbar. Die Jäger haben über- haupt keine Möglichkeit das Geschehen zu kontrollieren, geschweige denn einzugreifen.

Immer wieder kommt es zu Situationen, bei denen Wildtier und Hund aufeinander treffen, heftige Kämpfe unter dem Boden sind die Folge. Dass ein Fuchs in einer solchen Situation Todesängste aussteht, liegt auf der Hand. Er wird versuchen, sein Letztes zu geben und den eingedrungenen Feind abzuwehren. Die Hunde andererseits sind der- massen auf Schärfe gezüchtet und abgerichtet, dass sie sich dem Kampf blind stellen – auch wenn die Chancen in einem engen Tunnelsystem schlecht stehen. Dieser Kampf von Wildtier gegen Hund wird von den Baujägern voll und ganz in Kauf genommen, vom Moment an, wenn ein Hund in einen Bau geschickt wird. Es ist blauäugig zu behaupten, die Füchse würden alle sofort fliehen und ein Kontakt mit dem Fuchs sei kaum wahr- scheinlich. Die zahlreichen Verletzungen von Hunden und Wildtieren und die verlorenen oder ausgegrabenen Hunde sprechen für sich.

Die Bevölkerung will diese Jagdform nicht mehr
Eine repräsentative Umfrage des STS zeigt, dass der Grossteil der Bevölkerung die tier- quälerische Baujagd ablehnt. Nicht weniger als 70 % der Befragten würden ein Verbot der tierquälerischen Baujad befürworten! Es ist an der Zeit, diese überholte, tierquälerische und unnütze Jagdform jetzt abzuschaffen. Der Regierungsrat des Kanton Bern geht mit gutem Beispiel voran und fordert in der Revision des kantonalen Jagdgesetzes ein Verbot der Baujagd.


Für Rückfragen:
Peter Schlup, STS-Fachstelle Wildtiere, Telefon 079 752 47 84