<<  zurück
Bär JJ3 voreilig erschossen
(15|04|08)  Dem Bären JJ3 wurde keine Chance gegeben. Gestern Abend wurde er von Wildhütern erschossen. Der Schweizer Tierschutz STS kritisiert dieses voreilige Vor- gehen. Es müssen Massnahmen ergriffen werden, die das friedliche Zusammenleben der Bergbevölkerung mit Meister Petz ermöglichen.

Gestern Abend wurde der junge Braunbär JJ3 im Raum Mittelbünden auf Anordnung des Kantons Graubünden und des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) erschossen. Tatsache ist, dass er mehrmals in Siedlungsnähe aufgetaucht ist und sich Nahrung aus Abfällen geholt hat. Doch ist er niemals als aggressiv gegenüber Menschen aufgefallen. Insofern findet der Schweizer Tierschutz STS die Einstufung von JJ3 durch die Behörden als Risikobären nicht gerechtfertigt.

Allzu schnell wurde und rabiat wurde hier leichtfertig dieser Bär aus einer momentanen Stimmungslage heraus geopfert. Nach Ansicht des STS hätte dem Bären noch eine Chance gegeben werden müssen, indem die Verbrämungsmassnahmen durch die Bündner Jagdverwaltung weitergeführt hätten werden können. Die Wildtierexperten sind sich einig, dass wohl schon bald der nächste Bär in der Schweiz auftauchen wird. Insofern war dieser Abschuss nur eine kurzsichtige Lösung.

Im Hinblick auf die Zukunft fordert der STS vom BAFU, das «Konzept Bär» an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen und in erster Linie die Bevölkerung über das richtige Ver- halten gegenüber diesem Wildtier aufzuklären. Dazu gehören auch Massnahmen, um die Abfallbehälter «bärensicher» zu gestalten, sodass Bären erst gar kein Interesse mehr finden, in die Nähe von Menschen zu gelangen. Grossraubtiere wie Bär, Luchs oder Wolf sollen in der Schweiz ebenfalls ihre Lebensberechtigung haben. Es darf nicht sein, dass diese faszinierenden Wildtiere erneut ausgerottet werden.


Für Rückfragen:
STS-Geschäftsstelle, Telefon 061 365 99 99
sts@tierschutz.com