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Über 3500 chinesische Künstler protestieren mit ihren Plakat- entwürfen gegen das Pelztragen
(25|06|07)  Der Schweizer Tierschutz STS und der Marchig Animal Welfare Trust riefen im letzten Jahr auf einer speziell eingerichteten chinesischen Website zum Plakat- wettbewerb „Design Against Fur“ auf. Mit durchschlagendem Erfolg. Kunststudenten aus 248 chinesischen Universitäten reichten über 4'000 engagierte, sehr ausdrucks- starke Plakatentwürfe ein. Die besten Plakate wurden heute in Zürich in Anwesenheit der Künstler an einer Medienkonferenz vorgestellt.

China sei heute der neue grosse Global Player im Pelzgeschäft, erklärte Tierfilmer Mark Rissi. Allein im Jahr 2005/06 habe China die Nerztierzucht um 25% auf 10 Millionen gesteigert. Eine weitere Zunahme um 25 Prozent in diesem Jahr sei prognostiziert. Dies bedeute, dass China vermutlich bereits Dänemark als grösster Nerzproduzent abgelöst habe. Brancheninterne Schätzungen gingen davon aus, dass China heute mindestens 4 Millionen Fuchspelze „ernte“, gegenüber 1,5 Millionen im Jahr 2004. Dies habe Aus- wirkungen auf Finnland. Der weltweit zweitgrösster Fuchspelzproduzent habe die Züchtung von Blaufüchsen um 30 Prozent gedrosselt. China ist gemäss Rissi auch der weltweit führende Produzent und Exporteur von Kleidern mit Pelzverbrämungen.

Der Schweizer Tierschutz STS habe seine Aktivitäten gegen das Echtpelzgeschäft, das immer mit einer grausamen Massentierquälerei verbunden sei, grundlegend geändert, führte STS-Präsident Heinz Lienhard an der Medienkonferenz aus. Einerseits konzentriere sich der STS darauf, anstelle von traditionellen Antipelzaktionen die Öffentlichkeit darüber aufzuklären, wie die Zustände in der Haltung, im Handling und bei der Tötung der Pelztiere wirklich seien, vor allem in Fernost, andererseits wolle der STS die junge Generation Chinas auf die Tragödie der Pelztiere und auf das damit zusammenhängende, drama- tische Tierschutzproblem in ihrem Land sensibilisieren. Der Startschuss dazu sei dem STS mit dem erfolgreichen Plakatwettbewerb in China überraschend gut gelungen.

Prof. Zhang Yang, Hochschullehrer für Gestaltung und Fotografie an der Universität CCNU Hankou stellte als Präsident der Wettbewerbsjury die 30 besten Plakatentwürfe des Wettbewerbs „Design Against Fur“ vor. Kunststudenten aus 248 Kunsthochschulen hatten sich am Wettbewerb beteiligt. Preisträger Yue Wang, Abschlussstudent an der Universität Shanghai und die Künstlerin Chen Qian begründeten ihr Engagement für den Tierschutz und berichteten über ein verändertes Bewusstsein unter den Studenten in China.

Gemäss TV-Moderatorin Lolita Morena zeigt die Modewelt neue, erfreuliche Tendenzen. Auch in der Modebranche scheine sich eine Wende abzuzeichnen. Immer mehr Designer, Warenhäuser, Firmen des Versandhandels und Kleidergeschäfte begännen, ganz auf Echtpelz zu verzichten. In der Schweiz seien dies Jelmoli, Coop, Manor, Schild, C&A, Comme des Garçons, der Otto- und der Hess-Natur Katalogversand. Und Globus, Migros, Tally sowie Zara würden ihrerseits auf Artikel mit Pelzen von Wildtieren verzichten. Auf der internationalen Bühne wenden sich Modedesigner mit grossen Namen vom Echtpelz ab: so zum Beispiel Miucca Prada, Stella McCartney und Vivienne Westwood. Auch Tommy Hilfiger, Ralph Lauren, Ann Taylor und Calvin Klein. Sie alle verzichten in ihren Kreationen auf Echtpelz, nachdem sie eine DVD der vom STS produzierten Videoaufnahmen aus China erhalten hatten.


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STS-Geschäftsstelle, Telefon 061 365 99 99
sts@tierschutz.com