«Keine Massentierhaltung in der Schweiz (Massentierhaltungsinitiative)»

VERNEHMLASSUNG ZUM DIREKTEN GEGENENTWURF DES BUNDESRATES |
STELLUNGNAHME SCHWEIZER TIERSCHUTZ STS

Der Schweizer Tierschutz STS begrüsst es, dass der Bundesrat das Ziel der Initiative unterstützt, die Tierhaltung in der Schweiz weiter verbessern und dies in einen direkten Gegenentwurf aufnehmen will. Leider muss der STS den Gegenentwurf des Bundesrates in dieser Form ablehnen. Es lassen sich daraus keine konkreten Verbesserungen beim Tierschutz ableiten. Zudem fehlt im Gegenentwurf der Schutz vor Billig-Importen aus tierquälerischen Tierhaltungen im Ausland.

Der STS hält somit an seinem konkreten Anliegen fest, dass heute Verfassung und Tierschutzgesetzgebung keinen genügenden Schutz für Nutztiere garantieren. Er fordert konkrete Verbesserungen im Gegenentwurf des Bundesrates und erwartet auch klare Signale zur Stärkung und Aufwertung der Tierwohlprogramme in der Weiterentwicklung der Agrarpolitik 22+.

Der Schweizer Tierschutz STS unterstützt die Initiative gegen Massentierhaltung, die eigentliche Tierfabriken in der Schweiz verunmöglichen und die Tierhaltung in kleine und mittlere Einheiten zurückführen will.

Der STS verfolgt das Ziel von bäuerlich geprägten, eher kleineren Tierhaltungen seit vielen Jahren. Insbesondere setzt er sich für konsequente Höchstgrenzen bei den Tierbeständen ein. Politisch engagiert er sich dafür, dass die strengen Anforderungen im Inland auch für Importprodukte gelten.

Mehr auf Hochleistung gezüchtete Tiere und mehr in einem Stall zusammengepferchte Tiere - mit dieser Strategie begegnen viele Bauern der heute oft schwierigen Einkommenssituation in der Landwirtschaft. Diese Anpassungen an die weltweite Preisdrückerei zur Massen- und Billig-produktion von Lebensmitteln gehen zulasten des einzelnen Tieres: Das Wohl der Nutztiere zu gewährleisten, wird mit steigender Leistung pro Tier und wachsenden Herdengrössen immer schwieriger.

In der Schweiz sind heute Tier-Höchstbestände von 18'000 bei Legehennen, bis zu 27'000 bei Mastpoulets oder 1'500 bei Mastschweinen zulässig und die Zahl der Milchviehbetriebe mit über 100 Kühen steigt. Für Bauern und Tiere und den Tierschutz ist das eine ungute Entwicklung. Mittelfristig sollen alle Tiere Weide oder Auslauf haben. Es sollen auch maximale Herdengrössen definiert werden, die einer artgemässen Tierhaltung entsprechen. Damit der Schweizer Markt nicht mit Produkten aus tierquälerischer Massentierhaltung überschwemmt wird, haben die Importe der Schweizer Tierschutzgesetzgebung zu entsprechen.

Die Initiative will in der Schweiz den Trend zu industrieller Tierhaltung mit immer grösseren Beständen, die massive tierschützerische Probleme generiert, verhindern.