«Keine Massentierhaltung in der Schweiz (Massentierhaltungsinitiative)»

Massentierhaltungsinitiative abgelehnt –
Handlungsbedarf bleibt vorhanden

Das Schweizer Volk hat die Massentierhaltungsinitiative abgelehnt. Das Thema bleibt für den STS auf der Traktandenliste, weil nach wie vor grosser Handlungsbedarf besteht. Sogar der Bundesrat hat in seiner Botschaft zum direkten Gegenentwurf den Handlungsbedarf erkannt und bestätigt, dass Verfassung und Gesetzgebung die Nutztiere bis heute ungenügend schützen. Deshalb bedauern wir sehr, dass nach der einjährigen politischen Debatte nun die Tiere die Verlierer sind. Die offizielle Landwirtschaft hat nicht nur den vom STS lancierten Kompromissvorschlag in der politischen Debatte abgelehnt, auch wurden alle anderen Vorschläge bachab geschickt.

Der Schweizer Tierschutz STS kämpft weiter für die Verbesserung des Tierwohls auf verschiedenen Ebenen: Mit eigenen Aktivitäten bekämpfen wir den Trend in Richtung Massentierhaltung. Der STS finanziert eine Kampagne «Weniger Fleisch – dafür aus tiergerechter Haltung», die er zusammen mit Produzenten- und Konsumentenorganisationen seit Februar 2021 am Laufen hat. Damit werden die Konsumentinnen und Konsumenten für mehr Tierwohl sensibilisiert. Zusätzlich wollen wir mit der Kampagne «Absatzoffensive Labelprodukte» den Detailhandel und die Gastronomie dazu bewegen, den Absatz von tierfreundlich erzeugten Produkten zu fördern.

Weiter kämpfen wir auf dem politischen Weg, indem der STS vom Bund dringend Konzepte für die Tierwohlförderung verlangt. Im Rahmen der Revision der Tierschutzverordnung und der Weiterentwicklung der Agrarpolitik (AP22+) sind konkrete Schritte einzuleiten: Nutztiere sollen sich frei bewegen (Anbindehaltung nur in Kombination mit Weiden) und eingestreut gehalten werden. Sie sollen, wenn immer möglich, Zugang zu Auslauf bzw. Weide haben. Mit dem «Ausbaupfad Tierwohl» will der STS die Weiterentwicklung der Tierwohlprogramme in den politischen Prozess der AP22+ einbringen, indem die angestrebten Beteiligungen mit konkreten Zielen gesetzlich verankert werden sollen.