Verordnungspaket Parlamentarische Initiative 19.475 «Das Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren». Abschluss der Vernehmlassung

Massnahmenpaket mit Synergien zwischen Umwelt- und Tierwohlanliegen

Der Schweizer Tierschutz STS begrüsst es, dass das Verordnungspaket Parlamentarische Initiative «Das Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren» auch Aspekte der Tierwohlförderung beinhaltet. Damit anerkennt der Bundesrat den Zusammenhang von Tierwohlförderung und Umweltanliegen. Die Weideförderung reduziert die Ammoniakemissionen und die Verlängerung der Nutzungsdauer wirkt sich wegen insgesamt tieferer Methanemissionen positiv auf die Klimabilanz aus. Dies sollen erste Schritte im umfassenden Ziel eines «Ausbaupfad Tierwohl» sein.
Der Systemwechsel beim RAUS-Beitrag von Tagesbedarf an Trockensubstanz auf Mindestfläche pro Tier unterstützt der STS nur dann, wenn damit vermieden wird, dass die Tiere nur kurz auf die Weide oder in den Auslauf getrieben werden. Der STS verlangt eine Mindestdauer von vier Stunden im Sommer und zwei Stunden im Winter. Der zusätzliche Weidebeitrag für besonders hohen Auslauf- und Weideanteil begrüsst der STS und insbesondere auch, dass die Tiere auch im Winter 26mal Auslauf gewährt werden muss.

Der Beitrag für die längere Nutzungsdauer von Kühen soll die einseitige Hochleistungszucht mit kurzer Lebensdauer der Tiere verhindern. Der STS legt grossen Wert auf eine kritische Überprüfung der Entwicklung des Indikators «Anzahl Abkalbungen der Kühe». Es muss vermieden werden, dass nicht noch mehr Anreize für extreme Milchleistungen mit den bekannten tierschutzrelevanten Konsequenzen geschaffen werden. Der STS verlangt die Zucht auf Langlebigkeit, womit die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere mehr im Vordergrund stehen sollen.