Nationalrat befürwortet Deklarationspflicht für Reptilienleder

STELLUNGNAHME SCHWEIZER TIERSCHUTZ STS

Reptilienleder und -Produkte sollen einer Deklarationspflicht unterstellt werden. Der Nationalrat hat am 10. März 2021, eine entsprechende Motion (19.3200) von Nationalrätin Martina Munz (SP/SH) deutlich, mit 110 zu 78 Stimmen bei 4 Enthaltungen, angenommen. Der Schweizer Tierschutz STS zeigt sich ausserordentlich erfreut über den Entscheid der Grossen Kammer.

Die Schweiz, nicht zuletzt die Schweizer Uhrenindustrie, gilt als Drehscheibe im internationalen Handel mit Reptilienleder, das ausschliesslich in Luxusprodukten Verwendung findet. Die Leder stammen vielfach aus tierquälerischen Produktionsmethoden und auch aus Ländern, in denen Tierschutz noch heute ein Fremdwort ist. Wo Wildfänge in den Handel gelangen, spottet die Brutalität der Fang- und Tötungsmethoden jeglicher Beschreibung und die Gier nach Luxusleder bedroht ganze Populationen geschützer Tierarten in ihrem Ueberleben.

Der Schweizer Tierschutz STS setzt und setzte sich deshalb seit langem dafür ein, dass die Leder, wie dies bei Pelz bereits der Fall ist, bezüglich Tierart, Herkunft und Gewinnungsart bezeichnet werden müssen. Nur so haben Konsumentinnen und Konsumenten die Möglichkeit, einen bewussten, gewissenhaften Kaufentscheid zu treffen. In diesem Sinne sieht der STS die nationalrätliche Zustimmung zu einer Deklarationspflicht als Schritt in die richtige Richtung.