«Happy Horse» im Pferdesport

Wie bereits in den Vorjahren beurteilte der Schweizer Tierschutz STS auch 2020 den Umgang mit Pferden an Turnieren. Coronabedingt konnten nur fünf Anlässe besucht werden. Trotz der nur wenigen möglichen Beurteilungen scheint eine vorsichtig positive Bilanz gerechtfertigt. Einzig die Bedingungen an der Schweizermeisterschaft in der Kategorie Fahren fielen negativ auf.
Insgesamt blieb im zurückliegenden Jahr der Eindruck, dass sich die Situation auf den Vorbereitungsplätzen und während der Pferdesportturniere für die Tiere verbessert hat. Bei den besuchten Turnieren der Disziplinen Springen und Dressur waren keine groben Verstösse zu verzeichnen. Dies darf als Erfolg der beharrlichen Bemühungen des Schweizer Tierschutz STS gewertet werden. Der STS suchte regelmässig das Gespräch mit dem Schweizerischen Verband für Pferdesport SVPS und konfrontierte diesen sowie die Turnierorganisatoren mit tierschutzrelevanten Beobachtungen und Forderungen. Dennoch gibt es weiterhin Optimierungsbedarf, wie im aktuell veröffentlichten Turnierbericht 2020 festgehalten wird.

Hindernisfahren
Erstmals hat der STS im Rahmen seiner Recherche eine Prüfung in der Kategorie Fahren (Schweizermeisterschaft in Bern) besucht. Hier fiel auf: Die sehr eng gebauten, festen Hindernisse führen bei grösseren Tieren zu einer massiven körperlichen Belastung und unnötigen Schmerzen. Müde und schweiss-gebadete Pferde zeigten am Besuchstag klare Anzeichen von physischer und psychischer Überforderung. Ebenso mussten grobe Zügelführung, extreme Leinenhilfen sowie eine nicht pferdegerechte Ausrüstung in vielen Fällen negativ beurteilt werden. Der STS empfiehlt dringend, Prüfungen in der Disziplin Fahren bei den Geländehindernissen nur mit fallenden Elementen durchzuführen. Laut Fahrreglement des SVPS wäre dies möglich. Gemacht wird es allerdings nicht. Zum Nachteil der Tiere.

Aktion «Gutes Reiten»
Etliche Pferdesporttreibende sind bemüht, dem Pferd auch in Prüfungssituationen gerecht zu werden und ihren «Sportpartner» stets respektvoll zu behandeln. Der Schweizer Tierschutz STS will den sorgsamen Umgang mit Pferden an Turnieren aktiv fördern. Mit der vor rund zwei Jahren lancierten Aktion «Gutes Reiten» bzw. dem «Happy Horse»-Award soll pferdegerechtes Reiten belohnt, öffentlich anerkannt und ausgezeichnet werden. Bewertet werden unter anderem der pferdegerechte Umgang, die Reaktion des Pferdes auf die Einwirkung der Reiter und Fahrer sowie die Ausrüstung. Der Award konnte bereits an mehreren Turnieren vergeben werden.