Keine Gnade für Versuchstiere

Parlamentarische Initiative «Verbot von schwerbelastenden Tierversuchen. Ergänzung des Tierschutzgesetzes» [18.491 Pa.Iv. Graf Maya]
STELLUNGNAHME SCHWEIZER TIERSCHUTZ STS
zum Nationalratsentscheid vom 25. September 2019

Mit der Ablehnung der parlamentarischen Initiative für ein Verbot schwerbelastender Tierversuche verpasst das Parlament die Chance zu einen Paradigmentwechsel, verpasst die Chance für weniger Tierleid, mehr Tierschutz und zur Förderung von Ersatzmethoden. Der Schweizer Tierschutz STS sprach und spricht sich für ein Verbot der mit schwer(st)en Belastungen der Tiere verbundenen Versuche aus und bedauert dementsprechend den Nationalratsentscheid. Aus Tierschutzsicht sind schwerbelastende Tierversuche nicht gerechtfertigt, weder wissenschaftlich, ethisch noch wirtschaftlich.

Jedes Jahr werden in der Schweiz rund 16'000 Tiere den höchsten Belastungen (Schweregrad 3) in Tierversuchen ausgesetzt. Die lebenslang in Gefangenschaft gehaltenen Tiere erdulden, neben den vielfach belastenden gentechnischen Veränderungen und den unzureichenden Haltungsbedingungen, schwere Schmerzen, Leid und Aengste.

Die Effizienz von Tierversuchen, aus denen letztlich neue Medikamente und Therapien für den Menschen entwickelt werden sollen, liegt, selbst nach jahrzehntelanger Forschung und endlos vielen Experimenten, bei maximal 5 bis 10 Prozent. Trotzdem werden in der Schweiz weiterhin jedes Jahr mehrere Hundert Millionen Franken in eine nicht tiergerechte Versuchstierhaltung, in fragliche, kaum übertragbare Forschungsergebnisse und in unerfüllte Versprechungen der Tierversuchsforscher investiert. Dies, obwohl bereits viele effiziente und kostengünstige Alternativmethoden entwickelt wurden, die ganz ohne Tiere, Tierversuche und Tierleid auskommen.