Tierschutzstatistik 2017 | Tätigkeitsbericht Fachstelle Tierschutzkontrollen

Zahlen und Fakten

Der Schweizer Tierschutz STS veröffentlicht Zahlen und Fakten zur Tierschutzarbeit: 18'385 Tiere - davon rund 60% Katzen - haben 2017 in Tierheimen und Auffangstationen von 67 STS-Sektionen Unterschlupf und Betreuung gefunden. 196 Hinweisen aus der Bevölkerung zu beobachteten Missständen in Tierhaltungen ist die STS-Fachstelle Tierschutzkontrollen im Laufe eines Jahres nachgegangen.
In der Berichtsperiode (Juni 2017 bis Mai 2018) betrafen die meisten dem STS gemeldeten Tierschutzfälle die Haltung von Rindern, von Pferden und an erster Stelle die Haltung von Hunden. Dabei stand die Zwinger- und Kettenhaltung im Fokus, wobei in einigen Fällen die Bezeichnung «Zwinger» eine beschönigende Umschreibung der Haltungsbedingungen ist. «Verschlag» trifft es schon eher.

Drei Pfauen in einem 12m² kleinen Gehege, Kaninchen, die im Stall nicht aufrecht sitzen können, Schafe ohne Witterungsschutz, vernachlässigte Pferde oder 282 zusammengepferchte Schweine: Jeder dem Schweizer Tierschutz STS angezeigte Tierschutzfall wird von seiner Fachstelle Tierschutzkontrollen - vielfach in Zusammenarbeit mit den örtlichen STS-Sektionen - abgeklärt. STS-Fachleute waren 74 mal im Laufe eines Jahres unangemeldet vor Ort, um sich selber ein Bild über eine beanstandete Tierhaltung zu machen. 52 Fälle wurden den zuständigen kantonalen Veterinärbehörden zur weiteren Abklärung übergeben.

Vom Tierheim zu Dir heim
Gesamthaft 10'837 Katzen nahmen Sektionen des Schweizer Tierschutz STS im zurückliegenden Jahr auf. Dazu kamen 2'468 Hunde, 2'976 Nager und Kaninchen - darunter mehr als 400 Kaninchen vom ehemaligen «Häslihof» im aargauischen Abtwil - 765 Reptilien und 1'339 Tiere anderer Arten, hauptsächlich Vögel. Das ergibt insgesamt mehr als 18'300 Tiere und damit eine Zahl von Tierheim-Tieren, die sich im Vergleich zu den Vorjahren kaum verändert hat. Für 12'123 Tiere konnte im Jahr 2017 ein neues Zuhause gefunden werden.

Weiterhin sehr hoch ist der Anteil der Findelkatzen, während gleichzeitig der Anteil der Tiere, die an ihre Besitzer zurückgegeben werden konnten, hier bei nur einem Viertel liegt. Diese Zahlen untermauern die Resultate einer kürzlich vom Meinungsforschungsinstitut DemoSCOPE im Auftrag des STS durchgeführten Umfrage, wonach nur rund 30 Prozent der Schweizer Samtpfoten gechippt und registriert sind.

In Anbetracht der vielen Findeltiere, der auf bis zu 300'000 Individuen geschätzten Population verwilderter, heimatloser Katzen sowie des geringen Anteils gechippter Katzen, hat der Schweizer Tierschutz STS gemeinsam mit der Identitas AG, dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV und der Tierärzteschaft die Katzenwohl-Kampagne «Luna&Filou» lanciert (www.lunaundfilou.ch). Die Kampagne informiert über die artgerechte Haltung von Katzen, die Vorteile des Chippens und der Kastration von Freigängerkatzen.