KAGfreiland und Schweizer Tierschutz STS

Gemeinsam für mehr Nutztierschutz

Zur Förderung einer standortangepassten, bäuerlichen und tierfreundlichen Nutztierhaltung und entsprechenden Labelprodukten arbeiten KAGfreiland und Schweizer Tierschutz STS in Zukunft enger zusammen. So übernimmt der Kontrolldienst STS ab Herbst 2018 die ordentlichen Kontrollen der 150 KAGfreiland-Biohöfe, welche sich durch den schweizweit anspruchsvollsten Tierschutzstandard auszeichnen. Darüber hinaus spannen die beiden Organisationen bei Tierschutzprojekten, in der Agrarpolitik und bei der Konsumenteninformation zusammen.
Dank der Zusammenarbeit werden künftig auch die Transporte und Schlachtungen von KAGfreiland-Tieren überprüft. Dr. Tanja Kutzer, Co-Geschäftsleiterin von KAGfreiland, zeigt sich erfreut, dass diese Lücke geschlossen wird: «Tierwohl hört nicht bei der Haltung auf dem Hof auf. Indem der Kontrolldienst STS unsere Transporte begleitet, kann KAGfreiland ihre hohen Standards nun noch glaubhafter belegen.» Wie beim STS und KAGfreiland üblich, erfolgen alle Kontrollen unangemeldet.

Sensibilisierung der Konsumenten
Darüber hinaus wollen KAGfreiland und STS die Konsumenten verstärkt über den Zusammenhang zwischen Einkaufsverhalten und Tierwohl informieren. «Jeder Konsument beeinflusst mit seinem Entscheid an der Ladentheke Ökologie und Tierwohl in der Landwirtschaft ganz direkt,» erläutert Hansuli Huber, Geschäftsführer Schweizer Tierschutz STS. «Nur aufgeklärte Konsumenten sind in der Lage, entsprechende Labelprodukte wertzuschätzen.» Nachfrage und Preisakzeptanz für ökologisch und tierfreundlich produzierte Lebensmittel müssen also verbessert und ihr Mehrwert der Bevölkerung vermittelt werden. Unter dem Label KAGfreiland sind heute Eier, Fleisch und Milchprodukte erhältlich.

Die Nutztierhaltung steht heute im Spannungsfeld zwischen hohen Konsumentenansprüchen an Tierwohl und Lebensmittelqualität einerseits und Produzentenpreisen andererseits, welche kaum noch die Erzeugerkosten decken. Importprodukte, welche die einheimischen Standards hinsichtlich Tier-, Umwelt- und Konsumentenschutz unterlaufen, erschweren eine artgerechte und damit aufwendigere Nutztierhaltung zusätzlich. KAGfreiland und der STS setzen dagegen ein Zeichen für den Erhalt und die Förderung einer tierfreundlichen, standortangepassten und bäuerlichen Schweizer Landwirtschaft.

Politik und Tierprojekte
In Zukunft soll die Zusammenarbeit zudem auf weitere Ebenen ausgeweitet werden. So möchte man in der Agrarpolitik Auslauf-, Freiland- und Weidehaltungssysteme fördern und im Rahmen angewandter, zukunftsträchtiger Projekte beispielhafte Nutztierhaltungssysteme erarbeiten und in die Praxis überführen. Insbesondere die Jungebermast oder die Freilandhaltung von Schweinen bergen hier ein grosses Potential. Beide Organisationen setzen sich zudem für muttergebundene Kälberaufzucht, die Freilandhaltung von Kaninchen oder die Bruderhahnaufzucht ein.