«No more croco for Coco»

Der französische Modekonzern Chanel verzichtet auf Exotenleder in seinen Kollektionen.
In einem Interview kündigte der President of Fashion von Chanel am gestrigen 3. Dezember an, das Unternehmen werde künftig auf exotische Häute wie Krokodilleder verzichten. [» Chanel to Halt Use of Exotic Skins]. Grund für die Entscheidung: Eine den ethischen und qualitativen Standards von Chanel entsprechende Beschaffung der Materialien sei nicht möglich. Man will sich daher in Zukunft auf Textilien - gemeint ist damit auch Pelz - und Lederprodukte konzentrieren, die Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie sind. Immerhin scheint man sich bei Chanel der mit der Pelzproduktion verbundenen Tierqual bewusst zu sein, ohne aber den konsequenten Schritt zu gehen und ganz auf Echtpelz zu verzichten.

Wertewandel
Mit der Ankündigung von Chanel zeigt sich erneut die zunehmende Bedeutung von Ethik und Tierschutz auch in der Luxusmode. Konsumentinnen und Konsumenten wünschen sich heute vermehrt Nachhaltigkeit und Tierwohl anstelle von Tierqualprodukten wie Exotenleder und Echtpelz. Erst im November dieses Jahres war es Jean Paul Gaultier der ankündigte, für eine Kollektionen keinen Echtpelz mehr zu nutzen. Kurz zuvor wurde Gucci Teil des internationalen Fur Free Retailer Programms. Dem Programm, das der Schweizer Tierschutz STS in der Schweiz vertritt, haben sich weltweit bereits rund 750 Anbieter, darunter zahlreiche führende Modemarken, angeschlossen.

Untragbarer Luxus
Auch für die Produktion exotischer Leder leiden Tiere. Krokodile, Warane und Schlangen werden weltweit unter unhaltbaren Tierqualbedingungen gefangen, transportiert, getötet oder in Massentierhaltung auf Farmen gezüchtet. Jedes Modeunternehmen, das im Wissen um das Tierleid, sei es in der Pelz- wie auch in der Exotenlederproduktion, diese Produkte anbietet, unterstützt eine Industrie, die für den Tod von Millionen von Tieren verantwortlich ist. Mit dem Verzicht auf Exotenleder zeigt Chanel Verantwortung. Uneingeschränkt zu begrüssen ist die Ankündigung dann, wenn der Modekonzern sich klar für einen Pelzverzicht ausspricht. Denn Pelz aus artgerechter Haltung gibt es nicht.