Angekettet, eingesperrt: Hundeleben in der Schweiz

Hunde sind soziale Wesen mit grossem Bewegungs-, und Beschäftigungsbedürfnis. Die Schweiz erlaubt die Ketten- und Zwingerhaltung von Hunden. Eine neue Recherche des Schweizer Tierschutz STS zeigt die dringende Notwendigkeit gesetzlicher Anpassungen.
Hunde in kleinen Zwingern mit ungenügendem Witterungsschutz, ohne jegliche Beschäftigungsmöglichkeiten, ein völlig isoliertes Dasein fristend, mit Besitzern die sich nur wenige Minuten pro Tag bei ihnen aufhalten. Hunde an der Kette, ohne Kontakt zu Artgenossen mit einer kleinen Holzhütte als einzige Unterkunft. Dies sind die Bilder die sich der Fachstelle Tierschutzkontrollen des Schweizer Tierschutz STS immer wieder darstellen, wenn sie Meldungen aus der Bevölkerung nachgeht.

(K)ein artgerechtes Hundeleben
Hunde sind Tiere mit einem grossen Bewegungsdrang und dem Bedürfnis nach Beschäftigung. Sie sind hochsoziale Tiere, die durch lange Domestikation an ein Leben mit dem Menschen angepasst sind. Die Ketten- und Zwingerhaltung, so wie sie heute noch oft praktiziert wird, stellt für Hunde eine Qual dar und überfordert ihre Anpassungsfähigkeit bei weitem. Die Tiere verkümmern.
Dass die Ketten- und Zwingerhaltung von Hunden in der Schweiz bis heute unter gewissen gesetzlichen Rahmenbedingungen erlaubt ist, ist wohl vielen Menschen nicht bewusst - gerade auch weil sie sich oft im ländlichen Raum und nicht selten fernab von Siedlungen abspielt. Die neu publizierte STS-Recherche «Zwinger- und Kettenhundehaltung in der Schweiz» zeigt auf, wie sich die Situation für Hunde, die ihr Leben an der Kette oder im Zwinger fristen müssen, darstellt, wie die gesetzliche Ausgangslage ist und wie schwierig bis unmöglich es sich gestaltet, die Einhaltung dieser Vorschriften zu überprüfen.

Handlungsbedarf
Der Schweizer Tierschutz STS fordert, dass Hunde in Zukunft vor solch intolerablen Lebensbedingungen bewahrt werden. Der STS fordert sowohl ein Verbot der Kettenhaltung wie auch deutlich verschärfte Bedingungen für die Zwingerhaltung von Hunden - damit der beste Freund des Menschen nicht ein Leben leben muss, das seinen arttypischen Bedürfnissen in keiner Weise entspricht.
Unterstützt werden die Forderungen des Schweizer Tierschutz STS von der Schaffhauser Nationalrätin Martina Munz (SP). Der von ihr aktuell eingereichte Vorstoss (17.4171 Motion: Verbot der Kettenhaltung von Hunden) setzt das Hundeleben in der Schweiz auf die politische Agenda.