Nicht immer rechts herum

Mit den ersten Frühjahrsmessen beginnt die Zeit der Ponykarussells. Kinder lieben das Reiten auf den herzigen Pferdchen die brav im Kreis gehen. Und die Ponys? Der Schweizer Tierschutz STS hat im vergangenen Jahr neun Veranstaltungen mit Ponyreiten besucht und die gemachten Beobachtungen im einem neu veröffentlichten Recherchebericht zusammengefasst.
An manchen Messen und Chilbis drehen sich nicht nur Karussells sondern auch Ponys. Und das immer in dieselbe Richtung. Wenn Kinder die Ponys entdecken, ist die Freude meist gross. Für die Tiere sind die lärmigen Veranstaltungen allerdings oftmals kein Spass. Tierfreundlich sind die Bedingungen meist nicht. Grössere Reitflächen, Richtungswechsel und Pausen mit freier Bewegung könnten den Kleinpferden den Einsatz erleichtern.

Im Kreis reiten
Der Schweizer Tierschutz STS kritisiert sowohl das monotone Gehen auf engster Reitfläche, ohne Richtungswechsel, wie auch das Fehlen freier Bewegung für die Tiere während der Pausen. Die Ponys verbrachten die Ruhezeiten meist angebunden in der Manege. Die Kritikpunkte wurden an den Chilbis und auch an zwei besuchten Messen (OFFA St.Gallen und LUGA Luzern) so festgestellt. Einzig beim Ponyreiten an der BEA gab es Platz für eine grosse Reitfläche, ein Richtungswechsel erübrigte sich somit. Zudem konnten die Tiere hier immer wieder auf Auslaufflächen mit Unterstand ruhen.

Pferdegemässes Leben
Neben den belastenden Bedingungen während der Veranstaltungen gilt es auch die Haltungsbedingungen der Tiere auf dem Hof, wo sie die meiste Zeit des Jahres verbringen, zu berücksichtigen. Zwei Betreiber boten dem STS die Möglichkeit, die Tierhaltung im Zuhause der Ponys anzusehen.
Auf dem einen Hof leben die Tiere in der Gruppe auf der Weide oder einem Allwetterauslaufplatz. Ihnen werden artgemässe Bedingungen geboten auf die so manches andere Pferd neidisch wäre, das sein Leben mehrheitlich in «Einzelhaft» im Stall verbringt. Auf dem zweiten besuchten Hof sind die Tiere in Einzelboxen eingestallt, erhalten jedoch täglich zwei bis drei Stunden Auslauf in der Gruppe.

Ein falsches Bild
Bei den Ponyreitbahnen an Messen und Chilbis konnten MitarbeiterInnen des STS beobachten, dass sich Eltern während der Ruhepausen der Tiere sehr ungeduldig zeigten und nicht verstehen konnten oder wollten, dass ihre Kinder auf das Reiten warten mussten bzw. dass die Reittiere Erholung brauchten. Kindern wird so ein Bild der Ponys als ständig verfügbares Requisit vermittelt. Hinweistafeln mit Informationen über die Bedürfnisse der Kleinpferde und deren Haltung, wenn sie nicht im Einsatz stehen, wären daher wünschenswert.