(03|03|09) Stacheldraht: Gefährlich und überholt
Stacheldraht ist als Weidezaun extrem gefährlich, denn jedes Jahr verletzen sich daran
unnötigerweise tausende von Wild- und Nutztieren. Unzählige Wildtiere sterben dabei
qualvoll an den Folgen der Verletzungen. "Es gibt keinen vernünftigen Grund, diese
brutalen Tierfallen weiterhin einzusetzen", sagte STS-Wildtierexperte Peter Schlup.
Denn geeignete Alternativen seien auf dem Markt erhältlich und hätten sich in der Praxis
schon seit Jahren bewährt. Der Stacheldraht gehört deshalb nach Meinung des Schweizer
Tierschutz STS und "RevierJagd Schweiz", welche den STS bei diesem Projekt aktiv
unterstützt, als Weideumzäunung verboten.
Tierschutzverordnung inkonsequent
Stacheldraht ist für die Haltung von Lamas, Alpakas und von Pferden nach der neuen
Tierschutzverordnung verboten. Für die anderen Weidetiere bleiben diese unsäglichen
Zäune weiterhin uneingeschränkt erlaubt. "Der STS verlangt vom zuständigen
Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) ein generelles Stacheldraht-Verbot, zumal es auf dem
Markt kostengünstigere und für Mensch und Tier ungefährliche Alternativen gibt",
erklärte STS-Geschäftsführer Hansuli Huber. Ein gänzliches Verbot des Stacheldrahtes
als Weidezaun sei in der Tierschutzverordnung zu verankern.
Erfolgreiche Online-Petition
Die Online-Petition des STS an das BVET und die Anbieterfirmen von Stacheldrahtzäunen
wurde innerhalb von zwei Monaten von über 2'500 Personen unterzeichnet, was die
Dringlichkeit des Verbotes eindrücklich unterstreicht. Die Petition wurde Herrn Dr. Hans
Wyss, Direktor des BVET, übergeben.
Vorbildliche Zaunfirmen
Die Zaunfirmen Hauptner und Gallagher führen den Stacheldraht nicht im Sortiment.
Vorbildlich und erfreulich haben zwei weitere renommierte Zaunanbieter der Schweiz
reagiert: Sowohl das Zaunteam, wie auch die Landi (FENACO-Konzern) sind bereit, den
Stacheldraht als Weidezaun aus ihrem Sortiment zu streichen und Ihre Kunden über
tierfreundliche Zaunsysteme zu informieren.
STS bleibt am Ball
"Nicht nur Stacheldraht, sondern auch andere Zaunsysteme sind für Nutz- und
Wildtiere gefährlich", äusserte sich STS-Wildtierexperte Peter Schlup. Daher werde
der STS zusammen mit "RevierJagd Schweiz" und weiteren Fachleuten ein Merkblatt
zur Problematik von Weidezäunen erstellen und dieses zur Weidesaison 2009 breit streuen.
"Wir rufen Gemeinden, Alpkooperationen und Bauern auf mitzuhelfen, Stacheldrahtzäune
ein für allemal zum Verschwinden zu bringen", sagte Hansuli Huber. Hierzu werde der
STS mit einem Schreiben an alle Gemeinden gelangen. Eine grosse Alpkooperation mit 100 ha
Weidefläche habe aufgrund der STS-Aktion bereits beschlossen, den Stacheldrahtzaun
abzubauen und durch ein tierfreundliches System zu ersetzen.
Für Rückfragen:
STS-Geschäftsstelle; Telefon 061 365 99 99; sts@tierschutz.com
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