Tierschutz–Petition erfolgreich!
(23|06|10) Mit einer Petition forderte der Schweizer Tierschutz STS im vergangenen Herbst McDonald’s Schweiz auf, bei der Beschaffung des Rindfleisches für die Hamburger auf besonders tierfreundliche Herkünfte zu setzen und allgemein dem Tierschutzgedanken mehr Rechnung zu tragen. Die Petition wurde unterstützt von KAGfreiland, von der Vereinigung der kleinen und mittleren Bauern VKMB und der Fondation Franz Weber. Bei der heutigen Übergabe der 11'783 Unterschriften zeigte sich Lolita Morena, Mitglied des Zentralvorstandes des STS und Fernsehschaffende, befriedigt und wertete die Petition als Erfolg. McDonald’s sicherte zu, die rund 4'000 Tonnen Rindfleisch von Schweizer Betrieben zu beziehen, die ihren Kühen regel- mässigen Auslauf und Weidegang gemäss dem RAUS-Programm geben. Die bei McDonald’s verwendeten Eier stammen mittlerweile alle aus EU-Freilandhaltungen. Neu prüft die Burger-Kette, vermehrt Schweizer Freilandeier einzusetzen, was ebenfalls dem Anliegen der Petitionäre entspricht.

McDonald’s zählt mit seinen 146 Restaurants in der Schweiz und einem Umsatz von gegen 700 Millionen Franken zu den Leadern der Gastrobranche. Für den Schweizer Tierschutz STS ist es erfreulich, dass nun ein grosser Marktplayer gewillt ist, dem Tierwohl Priorität einzuräumen und beim Rindfleisch auf einheimische Produkte von tier- freundlichen Schweizer Bauern setzt. Als Branchenriese übt McDonald’s Schweiz grossen Einfluss auf das Tierwohl aus und wirkt mit einer tierfreundlicheren Beschaffungspolitik als Positivbeispiel in der Gastrobranche.

Auch der Detailhandel, allen voran die beiden Grossverteiler Migros und COOP, setzt zunehmend auf tierfreundliche Produkte von Schweizer Bauern. Denn immer mehr Konsumenten legen beim Einkauf Wert auf tierfreundliche Schweizer Produkte und sind bereit, dafür mehr zu bezahlen. Der Umsatz von Labelfleisch und Freilandeiern liegt mittlerweile denn auch bei stolzen 2 Milliarden Franken!

Gastronomie setzt weiterhin auf Billigfleischimporte
Die Schweizer Gastronomie verschläft diesen Trend. Sie setzt stattdessen mehrheitlich auf Billigfleisch-Importe aus Tierhaltungen, die in der Schweiz verboten sind. So scheint für erschreckend viele Wirte das Tierwohl überhaupt kein Thema, weder in der einfachen Dorfbeiz noch im teuren Gourmet-Restaurant. Dies ist umso unverständlicher, als die Mehrkosten für tierfreundliche Produkte vom Restaurantbesucher kaum bemerkt werden dürften. Die Verwendung von Freilandeiern und Labelfleisch verteuern die Menüs nach Schätzungen des STS um kaum mehr als 5%. Zweifellos würden viele Restaurant- besucher für eine bessere Qualität der Rohstoffe auch etwas mehr bezahlen.

Vorteile von tierfreundlichen Produkten
Produkte aus tierfreundlicher Haltung haben klare Qualitätsvorteile: Nebst der Ethik und dem Tierwohl punkten etwa Milch und Fleisch von Kühen aus Weidehaltung mit doppelt so hoher Konzentration von Omega 3 Fettsäuren, die Herz- und Kreislauferkrankungen vorbeugen. Freilandeier weisen wesentlich höhere Carotinoid-Gehalte auf, v.a. das Lycopin, das sonst eher in Obst und Gemüse vorkommt, und welches Arteriosklerose vorbeugt. Das Fleisch von Schweinen mit viel Platz und Bewegung ist weniger wässerig als jenes von Tieren aus Massentierhaltung.


Für Rückfragen:
Geschäftsstelle Schweizer Tierschutz STS, Telefon 061 365 99 99