STS-Recherche | Zoofachhandel: Missstände in der heilen Tierwelt

Zoofachhandel-Recherche 2019

In der Schweiz leben über 8 Millionen Heimtiere. Für die artgerechte Haltung dieser Tiere spielen Zoofachgeschäfte eine Schlüsselrolle; sei dies durch Information und Beratung bei der Anschaffung, oder auch durch ihr Angebot an Gehegen und Zubehör. Je besser Zoofachgeschäfte ihre Kunden informieren und je tierfreundlicher ihr Angebot ist, desto grösser ist die Chance, dass die Kunden ihre Heimtiere korrekt halten.

Erschreckend war, dass nur zwei von 33 besuchten Zoofachhandlungen die Informationspflicht (Art. 111 Abs. 2 TSchV) zufriedenstellend erfüllten. Bei sechs weiteren Geschäften gab es minimale Umsetzungsfehler. Alle anderen Zoofachgeschäfte hingegen befolgten die Vorschriften entweder gar nicht oder nicht in ausreichendem Masse.

Bei den Zoofachhandlungen mit lebenden Tieren zählte der STS nur vier Zoofachhandlungen, bei denen keine Gesetzesverstösse vorzufinden waren. Dies ist ein inakzeptabler Zustand. Der STS stellte fest, dass sich die Einrichtung bei diversen Nager- und Kaninchengehegen in verschiedenen Zoofachhandlungen verglichen mit den Vorjahren insgesamt verschlechterte.

Auffallend war ferner, dass noch immer zahlreiche Zoofachhandlungen ihre Tiere nach den Minimalvorgaben der Tierschutzverordnung halten. Dies betrifft nicht nur die Grundfläche und das Volumen, sondern auch die Einrichtung wie etwa Einstreutiefen oder Beschäftigungsmöglichkeiten. Solche Tierhaltungen garantieren den Tieren jedoch kein artgerechtes Leben, auch wird dem Kunden ein falscher Eindruck vermittelt.