Einladung zur Heimtiertagung / Extremzuchttagung des Schweizer Tierschutz STS

Gezüchtet um zu leiden:
herzig aber krank!

FREITAG, 17. SEPTEMBER 2021
KONGRESSZENTRUM HOTEL ARTE, Riggenbachstrasse 10, CH-4600 Olten
Beginn: 09:30 Uhr

Die stark ausgeprägte Kurzköpfigkeit und das damit verknüpfte brachyzephale Syndrom sowie weitere zuchtbedingte Krankheiten stellen vor allem bei Hunden und Katzen ein dringliches Tierschutzproblem dar. Eine grosse und steigende Anzahl Tiere ist betroffen und das Leid für die Individuen vielfach schwerwiegend und langanhaltend. Trotz Informationskampagnen im In- und Ausland scheint die Nachfrage nach den Flachnasen ungebremst: Französische Bulldoggen und Möpse als Inbegriff der kurzköpfigen Rassen boomen und sind auf Schweizer Strassen immer häufiger anzutreffen. Die Nachfrage kann von hiesigen Zuchten kaum befriedigt werden, weshalb die Importzahlen dieser brachycephalen Rassen steigen. Aufgrund der grösstenteils schwer und chronisch erkrankten Tiere sehen sich Halter und Rasseclubs zunehmend mit Vorwürfen der Qualzucht konfrontiert. Der Handlungsbedarf für eine gesunde Nachzucht ist gross. Allerdings scheint die Frage nach dem «Wie» noch immer nicht geklärt, denn trotz der tierfreundlichen und guten rechtlichen Rahmenbedingungen in der Schweiz zeigt sich die Entwicklung gesunder Zuchtformen eher schleppend und der Vollzug hinkt teils heftig hinterher.

Die Wissenschaft in der Tiermedizin hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Problematik der Brachycephalie befasst und mittlerweile liegen von verschiedenen Forschungsgruppen erfolgsver-sprechende Ergebnisse vor. Diese können massgeblich dazu beitragen, die Lebensqualität und damit das Tierwohl der betroffenen Tiere nachhaltig zu verbessern. Mit geeigneten diagnostischen Methoden und fachlich abgestützten Beurteilungskriterien können diese Entwicklungen zudem den Behörden helfen, die geltenden Tierschutzbestimmungen bei der Tierzucht konsequent umzusetzen.

An der Tagung stellen uns kompetente Referentinnen und Referenten diese neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse vor. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Erfahrungsaustausch der Vollzugsorgane im In- und Ausland und möglichen Lösungsansätzen für einen verbesserten Vollzug.