Einladung 18. Nutztiertagung des Schweizer Tierschutz STS

Milcherzeugung und Tierschutz

FREITAG, 16. JUNI 2017
KONGRESSZENTRUM HOTEL ARTE, Riggenbachstrasse 10, CH-4600 Olten
Beginn: 09:45 Uhr

Mehr als 4 Milliarden Liter Milch melken Schweizer Bauern in einem Jahr. Noch nie produzierten sie so viel und noch nie verdienten sie dabei so wenig. Nach agrarpolitischen Fehlentscheiden (Aufhebung der Milchkontingentierung, Ankurbelung von Käse- und Futtermittelimporten, Subventionierung von Hochleistungs-Viehzucht) ist der einst wirtschaftlich und imagemässig bedeutende Betriebszweig zu einem Sanierungsfall verkommen.

Der Tierschutz in hiesigen Milchviehställen ist aus STS-Sicht zwiespältig. Zwar nahmen Weidegang, Auslauf und freie Bewegung der Kühe in den vergangenen zwanzig Jahren zu und die Vorschriften der Schweizer Tierschutzgesetzgebung geben den Tieren im Vergleich zum Ausland wenigstens einen gewissen Schutz. Dennoch besteht erheblicher tierschützerischer Handlungsbedarf (z.B. Trend zur reinen Stallhaltung in Grossbetrieben, Tötung Babykälber, Amerikanisierung der Viehzucht mit zunehmendem Kraftfutterverbrauch etc.). Diese Tierschutzprobleme sind nicht zuletzt mitverursacht durch die Milchpreis-Drückerei am Markt.

An der 18. STS-Nutztiertagung beleuchten sieben in- und ausländische Referentinnen und Referenten die aktuelle Milcherzeugung. In der abschliessenden Podiumsrunde sollen verschiedene Lösungsszenarien zur Verbesserung des Tierwohls und der Einkommenssituation der Milchbauern diskutiert werden.

Für mehr Tierschutz und zur wirtschaftlichen Gesundung der einheimischen Milcherzeugung schlägt der STS die Entwicklung einer Marke «Schweizer Milch - aus tierfreundlicher Haltung» vor. Die grosse Bedeutung, die Konsumentinnen und Konsumenten traditionell dem Tierschutz beimessen, könnte auch erfolgversprechend genutzt werden zur Lancierung von Tierwohl-Labels für Milch- und Milchprodukte.