STS-Report | Amtsverordnung über den Tierschutz beim Züchten

Umfrage Extremzuchten

Weiterhin werden menschliche Wunschvorstellungen zum Erscheinungsbild von Heimtieren und wirtschaftliche Kriterien in der Nutztierzucht stärker gewichtet als das Wohlbefinden und die Gesundheit der gezüchteten Tiere. Das zeigt eine STS-Umfrage bei Züchtern, Zuchtorganisationen und kantonalen Behörden.

Auch auf Druck des STS erliess der Bund 2015 eine Amtsverordnung zum Tierschutz beim Züchten, welche konkrete Vorschriften bezüglich der Haustierzucht aufführt. Diese fanden unter Veterinärmedizinern und Tierschutzfachleuten im In- und Ausland grosse Anerkennung, da zum ersten Mal weltweit ein klarer Beurteilungsmassstab für Extrem- und Qualzuchten geschaffen wurde. Wie zu erwarten, stiess die Verordnung aber auf heftige Gegenwehr seitens extremer Tierzüchter, welche nun dazu angehalten sind, eine Belastungsbeurteilung vorzunehmen und ggf. ihre Zuchtziele anzupassen.

Nachdem die Amtsverordnung eineinhalb Jahre in Kraft war, evaluierte der STS mit einer Umfrage deren Umsetzung in der Praxis sowie den Kenntnisstand der betroffenen Parteien (Einzelzüchter, Rasseclubs und Verbände). Weiter wurde die Züchterschaft hinsichtlich der Einstufung der von ihnen gezüchteten Rasse und zur Vermeidung zukünftiger Belastungen befragt. Von den kantonalen Veterinärämtern, welche ebenfalls kontaktiert wurden, wollte man die bisherigen Erfahrungen mit der neuen Amtsverordnung wissen.