STS-Report

Brieftaubensport in der Schweiz

Der Brieftaubensport ist von hoher Tierschutz-Relevanz, und die Gefahr eines Missbrauchs der Vögel ist gegeben. Man stelle sich eine andere Sportart (oder eine Haltungsform) mit Tieren vor, bei der die Mortalität jährlich zehn bis fünfzig Prozent betrüge: Niemand würde das akzeptieren. Zum einen erfüllen die Taubenhaltungen längst nicht immer die vom Gesetz geforderten Mindeststandards an Platz, Hygiene und Erfüllung tierischer Bedürfnisse, und auch die Schweizer Tierschutzverordnung regelt die Taubenhaltung nur rudimentär. Zum anderen sind die teilweise hohen Verlustraten von Tieren während der Wettkampfsaison sehr bedenklich - nicht selten dürfte der Brieftaubensport gegen ein zentrales Tierschutzanliegen verstossen, nämlich den Schutz der Tiere vor übermässiger Beanspruchung durch den Menschen, wie er gemäss Schweizer Tierschutzgesetz zu gewährleisten ist.

Die Missstände im internationalen Taubensport sind hinlänglich bekannt. Es werden Rennen von zwischen 150 und 1000 Kilometern Distanz geflogen, teilweise über Wüsten und Meere. Doch wie sieht die Situation des Tauben-Rennsports in der Schweiz aus? Gewährleistet unsere Tierschutzgesetzgebung eine tiergerechte Haltung und einen schonenden Umgang mit den Vögeln?

Wenn bei im Sport eingesetzten Tieren die Ausfall- resp. Verlustrate derart hoch ist wie beim Tauben-Rennsport, so ist dies aus Tierschutzsicht ein klarer Hinweis auf eine Überanstrengung und auf Missbrauch der Tiere. Mit dem Aussetzen der Tiere nimmt man diese hohen Verluste billigend in Kauf, was gemäss Tierschutzgesetzgebung strafbar ist. Ein solcher «Sport» mit Tieren ist nach Ansicht des Schweizer Tierschutz STS nicht akzeptabel.