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Marktanalyse Milch und Milchprodukte

Mit der «Marktanalyse Milch und Milchprodukte» schafft der Schweizer Tierschutz STS Transparenz im Milchmarkt, zeigt auf, welche Preispolitik praktiziert wird und macht deutlich, dass heute Label- und Biobauern als Erzeuger von Tierwohlmehrleistungen nicht angemessen am Endverkaufspreis teilhaben. Der Labelanteil im Laden bei Milchprodukten mit Tierwohlmehrwert wie Bio und IP-Suisse liegt erst bei 15%, während deutlich mehr Milchkühe in der Landwirtschaft tierfreundlich gehalten werden. Um diesen tiefen Labelanteil zu erhöhen müssen wesentlich mehr tierfreundlich produzierte Label-Milchprodukte ihren Weg zu den Konsumentinnen und Konsumenten finden und v.a. auch die Produzenten von Preiszuschlägen für die Erzeugung dieser Mehrwerte profitieren können. Das heisst: Damit sich die Labelprodukte aus der Nische befreien können, müssen gute und faire Marktbedingungen vorhanden sein. Das ist derzeit nicht der Fall. Vielmehr tobt ein ruinöser Preiskampf - zum Nachteil tierfreundlich erzeugter Produkte und letztlich zum Nachteil der Tiere.

SCHLUSS MIT DUMPINGPREISEN
Es muss Schluss sein mit dem Preiskampf bei konventionell erzeugten Milchprodukten, bei dem Konsumenten mit Preisen von 1 Franken pro kg Milch oder anderen Billigangeboten in die Läden gelockt werden. Darunter leiden letztlich die Tiere, weil überhohe Preisdifferenzen zu den tierfreundlichen Label- und Bioprodukten entstehen. Der STS fordert den Detailhandel auf, diese Preisdifferenzen zu reduzieren, Label- und Bioprodukte preislich attraktiver zu positionieren und ein faires Preissystem zu praktizieren. Er schlägt der Branche vor, die Ladenpreise mit maximalen Bandbreiten an den Produzentenpreisen auszurichten und die Label- und Bioproduzenten proportional an der Wertschöpfung teilhaben zu lassen.

Und auch der Staat ist gefordert. Er muss klare Signale für mehr Tierwohl aussenden und zudem lenkend in den Markt eingreifen: Die künstlich tiefen Preise bei Standardmilchprodukten sind nur möglich, weil keine Kostenwahrheit besteht und das wiederum geht zu Lasten der Tiere und der Umwelt. Letztlich haben auch Konsumentinnen und Konsumenten Verantwortung zu übernehmen, indem sie beim Einkauf tiergerecht erzeugte Produkte bevorzugen.