Recherche Schweizer Tierschutz STS

Betriebszweiganalyse von Agroscope

über die Kostendeckung von Tierwohlleistungen

Geht's dem Bauern gut, geht's den Tieren gut - und umgekehrt. Wollen wir mehr Tierwohl in den Ställen, müssen den Landwirten die dafür erbrachten Mehrleistungen über Labelprämien und Direktzahlungen kostendeckend abgegolten werden. Das ist heute nicht der Fall, wie eine neue von Schweizer Tierschutz STS und IP-SUISSE in Auftrag gegebene Agroscope-Studie bestätigt. Die vorliegende Studie «Betriebszweiganalyse» von Agroscope - eine Auftragsstudie vom Schweizer Tierschutz STS und IP-SUISSE - zeigt, dass Labelproduzenten in den Bereichen Rind- und Schweinefleisch ihre Kosten für Tierwohlmehrleistungen nicht decken können.

Die Tierwohlprämie umfasst in der Regel zu rund zwei Dritteln die Labelprämie der Abnehmer und zu rund einem Drittel die Direktzahlungen vom Bund für die freiwilligen Tierwohlprogramme (BTS und RAUS). Aus den Studienergebnissen lässt sich ableiten, dass die Labelprämie bei der Rindermast um knapp 60 %, bei der Schweinemast um 16 % erhöht werden müsste. Werden die Prämien nicht erhöht bzw. die für das Wohl der Tiere erbrachten Mehrleistungen nicht fair entschädigt, geht das zu Lasten der Tiere. Werden aufgrund der ungenügenden Abgeltung Direktkosten gesenkt, zum Beispiel weniger Stroh eingestreut, Arbeitszeit, auch in der Tierbetreuung reduziert, und langfristig nicht in tierfreundliche Ställe investiert, dann haben die Tiere darunter zu leiden.